"Wir in Kottern" feiert 25-jährigen Geburtstag mit Festakt in Kottern

Das "Wir-Gefühl lebt"

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Kemptens Dritter Bürgermeister Josef Mayr richtete seine Worte an viele Kotterner und ihre Gäste, darunter auch BSG-Allgäu Geschäftsführer Mario Dalla Torre, der Leiter des Referats für Wirtschaft, Kultur und Verwaltung, Dr. Richard Schießl, und der Leiter des Referats für Jugend, Schule und Soziales, Benedikt Mayer.

Kempten – Es gab Zeiten, da war es um Kottern, man vermeide den Zusatz „Kemptener Stadtteil“, nicht gut bestellt. Anfang der 90er Jahre ging die Ära der Firma Kottern Textil zu Ende und die Firma Topp zog es nach Durach. In der Ludwigstraße schlossen Geschäfte, darunter drei bekannte Metzgereien. Um die Substanz der Liegenschaften war es allgemein schlecht bestellt. Aber die Kotterner gaben ihre Heimat nicht verloren. Einige gründeten 1990 den Verein „Wir in Kottern“, der in den folgenden Jahren ein erfolgreiches Sprachrohr seiner Bewohner wurde.

„Immer wieder traf in dieser Zeit ein kleiner Rucksack voller Sorgen im Kemptener Rathaus ein“, erinnert sich der Laudator des Festaktes „25 Jahre Wir in Kottern e.V.“, Kemptens Dritter Bürgermeister Josef Mayr. Am vergangenen Freitag hatte der Verein seine 174 Mitglieder, Freunde und Vertreter der Stadt Kempten zu einer Jubiläumsfeier anlässlich seines 25-jährigen Bestehens in das Mehrgenerationenhaus in die Friedrich-Ebert-Straße nach Kottern geladen. „Das Wir-Gefühl wurde wieder geweckt“, so beschrieb Mayr die Wirkung der Vereinsgründung und fügte lakonisch hinzu: „Der Name ‘Kottern’ lebt somit weiter.“

Feines Näschen führt zur Sanierung durch BSG 

Ein maßgeblicher Partner bei der Wiedergeburt Kotterns war die BSG-Allgäu, die 1988 den Zuschlag zur Sanierung des Stadtteils erhielt. So war klar, dass deren derzeitiger, wie damaliger Geschäftsführer Mario Dalla Torre im Rahmen des Festaktes die Möglichkeit erhielt, einige Worte an die vielen Gäste zu richten. Denn, dass damals die BSG den Zuschlag erhielt, grenzte fast an ein Wunder – als Mitbewerber saß schließlich auch die städtische Sozialbau mit im Boot. Dalla Torre berichtete von einer tollkühnen Aktion, bei der zwei Stadträte zur entscheidenden Abstimmung Hals über Kopf aus Bad Hindelang abgeholt und dann zur finalen Abstimmung zum Kemptener Rathaus chauffiert wurden. Dalla Torre bewies scheinbar ein feines Näschen, denn mit nur einer Stimme mehr erhielt die BSG-Allgäu den Zuschlag zur Sanierung.

In der Tat erwies sich die Partnerschaft mit der BSG für den jüngsten Kemptener Stadtteil als segensreich. Viele bauliche Projekte konnten hernach erfolgreich umgesetzt werden. Beispielhaft genannt sei die Ausgestaltung des Brunnenplätze mit Brunnen als neue Mitte Kotterns oder der Bau des Mehrgenerationenhauses, das zur Bürger-Drehscheibe wurde. Vis à vis hiervon konnte im vergangenen Jahr die neue Turnhalle der Grundschule Kottern-Eich eingeweiht werden. Aber auch private Investoren fanden den Weg zurück nach Kottern und siedelten sich zum Beispiel im neuen südlichen Gewerbegebiet an. Unlängst frischte auch ein großer Nahversorger in der Ludwigstraße seine Verkaufsräume neu auf.

Stein ins Rollen gebracht 

Der Verein „Wir in Kottern“ hatte somit maßgeblich den Grundstein zur Neugestaltung des ehemaligen Arbeiterstadtteils gelegt. Auch das soziale Leben in Kottern konnte nachhaltig verbessert werden. Kottern als entwicklungsbedürftiger Stadtteil wurde seit 2005 ebenso wie Sankt Mang Begünstigter der Aktion „Soziale Stadt“ von Bund und Land und erhielt in Person von Melanie Rutherford sogar eine Quartiersbeauftragte mit eigenem Stadtteilbüro. Viele soziale Projekte konnten seither auf die Beine gestellt werden.

Durch den gesamten Abend führte Werner Wittmann, der nach Dieter Gabler und Franz Mayr als nunmehr dritter Vorsitzender erfolgreich die Geschicke des Ortsvereins führt. Für den musikalischen Rahmen des Abends sorgte der Zitherclub Kottern.

Jörg Spielberg

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