Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft Kempten mit Rückblick und Fachvortrag

Vorbildlicher Jagdraum Kempten

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Josef Lerchenmüller, der 1. Vorsitzende der Jagdgenossenschaft Kempten, sprach am Abend zu den rund 40 Jägern der Hegegemeinschaft Kempten. Im Hintergrund der 2. Vorsitzende Johann Lederle.

Kempten – „Weidmannsheil!“ sagt der Jäger, wenn dieser einen Jagdgenossen trifft und ihm zu erfolgreicher Jagd gratuliert. Ein kräftiges „Weidmannsheil“ dürften sich wohl auch die Mitglieder der Jagdgenossenschaft Kempten zugerufen haben, als sie sich vergangene Woche im Hotel Restaurant „Waldhorn“ trafen. Rund 40 Jäger erschienen, um sich über das vergangene Jahr auszutauschen, den Stand der Kassenlage zu vernehmen und im Verlaufe des Abends einstimmig ihren Vorstand zu entlasten.

Dieser war vollzählig anwesend und der 1. Vorsitzende Josef Lerchenmüller und sein Stellvertreter Johann Lederle begrüßten vorab die versammelte Jägerschaft und die Gäste des Abends. Als verantwortlicher Jagdberater war Hans Epp zum Treffen gekommen. In seiner Begrüßungsrede sprach Lerchenmüller die relevanten Themen des Abends an: Neben den obligaten Punkten wie Jahresrückblick, „ein Jahr ohne große Ereignisse“, der Vorstellung des Kassenberichtes mit den Ergebnissen der Kassenprüfer, der Entlastung des Vorstandes und den Berichten aus den acht Kemptener Jagdrevieren, widmete sich Lerchenmüller ein paar aktuellen Themen. Der erste Vorsitzende sprach über die Gefahr von freilaufenden Hunden für das Wild, der aus seiner Sicht unsäglichen Vermehrung der Biber-Population entlang der Iller mit hohen Schäden für den ufernahen Naturraum, der vermehrt bei Füchsen auftretenden Staupe, der Zunahme von Wildschweinrotten und das leider immer weniger anzutreffende Verständnis der Bevölkerung in puncto Wechselwirkung Naturräume und Jagd. Bejagt werden in den acht Kemptener Revieren unter anderem Rehwild, Füchse, Rabenkrähen, Hasen, Marder, Iltisse und Eichelhäher.

Bürgermeisterin Sibylle Knott würdigte in ihrer Ansprache das „ehrenamtliche Tun der Jägergemeinschaft Kemptens zum Wohle der Natur“, das ein unverzichtbarer Teil der Pflege der Natur darstelle und leider allzu oft durch mangelnde Kenntnisse zum Teil negativ besetzt sei. „Es muss uns ein Anliegen sein, die breite Bevölkerung vom Nutzen und der Sinnhaftigkeit der Jagd zu überzeugen“, so Knott.

Dass die Jagd durchaus sinnig ist, das bewies ein Fachvortrag am Ende des Abends zum Thema „Vegatationsgutachten 2015“ durch den Mitarbeiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Michael Balk. Alle drei Jahre wird durch eine stichprobenbasierte Erhebung der Wald in Bayern auf Schäden durch Wildverbiss überprüft. Ziel ist es, die politisch gewollte Waldverjüngung mit mehr Diversivität bei den Baumarten, objektiv zu erfassen und die Situation durch die gewonnenen Daten richtig beurteilen zu können. Dabei gilt der Grundsatz „Wald vor Wild“. Diese Ergebnisse sind dann die Grundlage für ein einvernehmliches Aufstellen gesetzeskonformer Abschusspläne durch den beteiligten Jagdvorstand, die Eigenjagdbesitzer und den Revierinhabern vor Ort.

Die Situation in den Kemptener Revieren wurde durch das letztjährige Vegetationsgutachten, das vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten durchgeführt wird, als „tragbar“ und „günstig“ beurteilt. Daraus hervor geht dann eine Empfehlung über Abschusshöhen an die Hegegemeinschaft Kempten mit seinen acht Revieren. Für sechs Reviere in Kempten gilt es demnach die Abschusshöhen beizubehalten, bei zwei Revieren wurde ein Absenken empfohlen. Der Jagdraum Kempten gilt in der gesamten Region als ausgesprochen vorbildlich, während in angrenzenden Hegegemeinschaften der Verbiss die anvisierte Verjüngung des Waldes stark gefährdet.

Jörg Spielberg

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