Jahresversammlung des Fördervereins Isnyer Museen

Museumslandschaft wird sich ändern

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Das neue Führungsteam setzt auf Zusammenarbeit: (v.l.) Ute Seibold und Karin Salzmann haben sich viel vorgenommen.

Isny – Seit der letzten Sitzung des Fördervereins Isnyer Museen ist einiges in Bewegung geraten. Der Mietvertrag für das Museum am Mühlturm ist ausgelaufen und nach 30 Jahren Mietfreiheit dank der Familie Immler wird nun an einem neuen Standort gefeilt. Einigen der Mitglieder erscheint es zu spät, um zu klären, wie es nun weiter gehen soll. Das ist aber nicht das einzige Problem der vergangenen Jahre gewesen, wie Hans Westhäuser in seiner Rede feststellte.

Im Jahre 2014 starb der erste Vorsitzende des Fördervereins, Dieter Hechelmann, und im Totengedenken erinnerte Westhäuser auch an die anderen zehn Mitglieder, die in den vergangenen zwei Jahren von uns gegangen sind. 2009 ist der bisherige Leiter des Museums in den Ruhestand verabschiedet worden und nach einer Vakanz Zeit wurde Ute Seibold als Nachfolgerin am 16. September 2014 in das Amt eingesetzt. Mit der Unterstützung von Erich Laib hatte sie dann als Erstes die Aufgabe das Museum aufzufrischen und auch die Büros und Lagerräume auf einen neueren Stand zu bringen.

Martin Kratzert, für seine großen Leistungen zusammen mit den anderen „Gründervätern der Museen“ besonders geehrt, hatte erst die Grundlagen für ein Museum geschaffen und jahrzehntelang Stück für Stück der Ausstellungsstücke zusammen getragen. Jetzt endet also langsam aber sicher die Zeit im Museum am Mühlturm und der Umzug in andere Räume im Schloss Isny Seibolds Aufgabe. Sie hat inzwischen einen unbefristeten, wenn auch nur 50-prozentigen, Arbeitsvertrag für diese große Aufgabe und wird sich auf freiwillige und ehrenamtliche Helfer verlassen müssen, um die Herkules-Aufgabe bewältigen zu können. Da ist alles noch in der Schwebe, wird aber mit Sicherheit auch von der Stadt entsprechend vorgeplant. Innerhalb einer Frist von drei Jahren soll das bewältigt werden. Wie das entstehen soll, ist in den Details noch nicht ganz klar.

Einige Ausstellungen hat Seibold nun schon hinter sich, wie sie berichtete. Viele Besprechungen und neue Kontakte waren nötig, um, auch mit Hilfe des Fördervereins, wieder Leben in die Räume zu bekommen. Langsam steigen die Besucherzahlen und die Kontakte zu den Schulen, dem Stadtarchiv und den Helfern des Fördervereins haben schon Früchte getragen. Isny hat eine lange Geschichte und die Erfassung dieser Geschichte ist ihr ein großes Anliegen. Da geht es um kulturelle Schätze, die noch immer im Verborgenen liegen und wohl erst in den neuen Räumen ganz der Öffentlichkeit präsentiert werden können. Da ging es um die Ausstellung „Wildwuchs“, die Darstellung der „650 Jahre Freie Reichsstadt“ und Beteiligungen am Kinderfest, der Aktion „Isny macht blau“ oder auch den Tag des offenen Denkmals.

Danach ging es an die nötigen Änderungen im Verein und besonders dem Vorstand. Schatzmeister Erich Laib legte die Finanzen dar. Die anschließende Wahl erfolgte per Akklamation und zur ersten Vorsitzenden wurde Karin Salzmann gewählt. Als zweiter Vorsitzender übernahm Erich Laib das Amt und versicherte gleichzeitig, dass er auch weiter als Schatzmeister tätig sein wird. Schriftführer Jürgen Tischer wurde Wiedergewählt und aus der Satzung abgeleitet werden die Mitglieder im Beirat gesondert bestimmt.

Dass die Entwicklung der Museen nicht allen recht ist, wurde deutlich, als Walter Bühler, auch einer der „Gründerväter“, in einer kurzen Rede seinen Unmut deutlich aussprach und auch Martin Kratzert sich dem anschloss.

Bürgermeister Rainer Magenreuter wies in seinem Grußwort darauf hin, dass die Schaffung eines Kulturzentrums im Isnyer Schloss für alle ein großer Vorteil sein kann, wenn entsprechend die Weichen gestellt werden können. Es ist seine feste Meinung, dass auch Dieter Hechelmann mit dieser Lösung zufrieden sein könnte.

Birgit Grundmann, Grabungstechnikerin und versierte Expertin bei den Archäologen, brachte dann die Mitglieder des Fördervereins auch bei den Ausgrabungen in der Altstadt Süd auf den neuesten Stand. „Wir graben nicht nach Schätzen sondern nach Erkenntnissen“ war eine der Kernaussagen des Vortrags. Rund 90 Weber mit bis zu drei Webstühlen hatten für den finanziellen Aufschwung Isnys gesorgt und erst der Stadtbrand 1631 setzte diesem positiven Trend ein deutliches Ende. Während die Städte im Umland größer und bedeutender wurden, ist Isny dann nie wieder zu dieser Höhe zurückgekehrt.

Manfred Schubert

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