Kinderschutzbund Isny: Das Wohl des Kindes in extremen Lagen steht im Vordergrund

Scheidungskinder brauchen Schutz

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Blumen für die Referentin.

Isny – Die Jahresversammlung der Isnyer Ortsgruppe des Kinderschutzbundes ist eine gute Gelegenheit, einige der anstehenden Probleme aufzuarbeiten. Das ist schon seit Längerem geübte Praxis. So wird immer eine kompetente Referentin zur Sitzung eingeladen und die Anwesenden erfahren aus einem der Krisenpunkte beim Kinderschutz handfeste Tatsachen.

In diesem Jahr war es der Vorsitzenden Katrin Mengesdorf- Götz gelungen, die Rechtsanwältin und Mediatorin Iris Haase aus der Anwaltspraxis Haase & Haase (Isny) zu gewinnen. Das Thema war brisant wie alltäglich: „Trennung und Scheidung – und die Kinder?“ Iris Haase hat da im Laufe der Jahre ihre Erfahrungen gemacht. Wenn man sich quasi um jede Papierserviette streitet, die bei einer Scheidung mit aufgelistet wird, ist es eigentlich auch klar, dass auch die Kinder aus einer auseinanderbrechenden Beziehung unter der Zerrissenheit leiden werden. Sind es mehrere Kinder, können sich die Geschwister gegenseitig etwas Schutz geben, aber die Normalsituation der heutigen Zeit sieht oft das Einzelkind in dieser Situation.

Auf derartige seelische Konflikte schauen die Mitarbeiter beim Kinderschutzbund, wenn sie Zugang bekommen. Meist geht ein Partner zum Anwalt und reicht die Scheidung ein. Die sich recht schnell ergebende Frage „Wer bekommt das Kind?“ ist bald auf der Tagesordnung. Und: Wie wird die elterliche Sorge geregelt? Alle Angelegenheiten des täglichen Lebens regelt derjenige, bei dem sich das Kind im Lebensmittelpunkt befindet. Fragen der tatsächlichen Betreuung regelt wieder derjenige, bei dem sich das Kind gerade befindet. Worunter muss ein Kind besonders leiden? Finanzielle Einschnitte durch wegfallende Gelder, Wohnungswechsel und Umweltwechsel, Verlust von Freunden und immer wieder das Suchen der Schuld bei sich als vermeintlicher Auslöser der Trennung der Eltern.

Was kann den Kindern helfen? Gespräche, Schaffen einer verlässlichen Umgebung, und bei psychosozialen Schwierigkeiten Hilfe im therapeutischen Bereich. Das alles ist engagierten Personen im Kinderschutzbund durchaus geläufig, eine zusätzliche Sensibilisierung und neues Nachdenken kann aber nicht schaden. So ist das Treffen von Kindern mit einem ihrer Elternteile auch in den Räumen des Kinderschutzbundes möglich, wenn Bedarf dafür besteht.

Nach einer kurzen Pause ging es nach einem Dank an die Referentin weiter in der Tagesordnung. Katrin Mengesdorf-Götz hatte sich das Unwort des Jahres 2015 noch einmal vorgenommen. Was ist ein „Gutmensch“, und gibt es die auch bei Kinderschutzbund? Gut gemeint und gut gemacht ist da schon in die richtige Richtung weisend. Professionelle Hilfe ist nicht auf diese Weise herabzuwürdigen. Wer einen gut gesinnten Menschen gleich zum „Gutmenschen“ macht, hat das Wichtigste nicht verstanden.

Der Jahresbericht war schnell abgehandelt. Nicht, weil er so kurz ausfiel, sondern weil viele der Anwesenden eben auch daran beteiligt waren. Der Kassenbericht gehörte zu den erfreulichen Dingen. Auch im vergangenen Jahr war das Spendenaufkommen wieder beachtlich hoch und so können die bisherigen Projekte des Kinderschutzbundes auch ungehindert fortgesetzt werden. Alle Spendengelder kommen eins zu eins den Kindern zugute. Die Entlastung durch stellvertretende Bürgermeisterin Sibylle Lenz war jedenfalls reine Formsache. Martina Schmid, die bisherige Kassiererin, scheidet aus und dazu war eine Nachwahl notwendig. Auf ihren Posten wurde Angelika Biesinger gewählt und sie stimmte ihrer Wahl auch zu. Langsam ging die Veranstaltung zu Ende. Mit neuem Bewusstsein über Scheidungskinder und der Gewissheit, dass alles im Ortsverein in „trockenen Tüchern“ war, konnte man sich neuen Aufgaben in der Kinderbetreuung zuwenden. Es gibt genug zu tun und hier wird es auch angegangen.

Manfred Schubert

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