Das Jahrgangsbier ist angesetzt

Josef Stolz (3.v.r.) erklärt den Gästen die Unterschiede zwischen ober- und untergärig sowie die verschiedenen Hopfensorten und Hefen. Foto: Schubert

Die „Brauer mit Leib und Seele“ haben mit dem jährlichen Jahrgangsbier einen guten Anlass gefunden, um an die Reinheit des Deutschen Bieres zu erinnern und ebenso an die Verpflichtung der Brauer, sich auch daran zu halten. Das ist auch bei der Brauerei Stolz in Isny an jedem 23. April mit einem kleinen Ritual verbunden.

Im Beisein von 23 „Bierpaten“ wird der in dem kupfernen Kessel vor sich hinblubbernde Sud auf seinen Anteil an Stammwürze, Malz und Hopfen, und die zu erwartende Biermenge vermessen. Dann geht der Sud in den nächsten Arbeitsgang. Die Bierhefe wird zugesetzt und aus dem gelösten Malzzucker wir in einem 10-tägigen Gärungsprozess Alkohol entstehen. Was da beim Ansetzen des Jahrgangsbieres gemessen wurde, kann sich sehen lassen. Mit 15,6 Prozent Stammwürze ist ein kräftiger Gerstensaft zu erwarten. Johannes Stolz, in vierter Generation als Braumeister tätig, maß die Menge des zu erwartenden Bieres mit 67,5 Hektolitern. Nach Sud und Gärung beginnt die Reife im Kühlhaus und nach 100 Tagen der Entwicklung ist schließlich ein Bier zu erwarten, das wieder rasend schnell seine Abnehmer finden wird. Die Tätigkeit der Bierpaten umfasst die Anwesenheit beim Sud ansetzen, die Zwickelprobe im Juli und am Ende noch die Teilnahme am feierlichen Bieranstich im August im Rahmen eines Sommerabendkonzertes mit musikalischer Begleitung. Es gibt nach Erkenntnissen von „Docjones“ von der Uni Münster zumindest fünf gute Gründe für den Biergenuss. 2011 trank im Durchschnitt jeder Deutsche 101 Liter Bier und ein Bier täglich scheint dabei ein guter Wert zu sein. „Bier senkt das Risiko von Herz- Kreislauferkrankungen, Hopfen wirkt beruhigend und Schlaf fördernd, Bierhefe sorgt für schöne Haut und gesunde Nägel, Silizium im Bier beugt Osteoporose vor und Bier soll danach sogar die Lebenserwartung erhöhen“, heißt es. Der Sudabend in der Brauerei Stolz endete mit einem Imbiss im Brauereigasthof Engel bei dem bei gutem Essen und einem kühlen Trunk so manches Thema angeschnitten werden konnte. Jetzt nimmt die Pflege des Gerstensaftes ihren Lauf und im August wird man sehen, was daraus einmal mehr Schönes geworden ist.

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