"Jedes Kind kann Spaß am Sport haben"

Sportlehrer Tobias Strobl (links) und TVK-Präsident Ullrich Kremser freuen sich auf die neue „KiSS“-Kempten. Foto: Läufle

Neue Wege geht der TV Kempten 1856 ab Herbst: Der größte Kemptener Sportverein eröffnet eine „KiSS“ Kindersportschule. Was genau dahinter steckt und wie die „KiSS“ organisiert werden soll, erläuterten der Leiter der „KiSS“-Kempten, Tobias Strobl und das TVK-Präsidium um Präsident Ullrich Kremser vergangene Woche in einem Gespräch mit dem KREISBOTEN.

Im Herbst wird der TVK eine neue „KiSS“ eröffnen. Was ist das? Kremser: „‘KiSS’ ist die Abkürzung für Kindersportschule, davon gibt es in Bayern bisher an die 20 Stück. Die ‘KiSS’ sind ein Erfolgsmodell und sollen Kindern von der Vorschule bis zum Ende der Grundschule sportartunabhängig die Freude am Sport vermitteln. Trainiert werden die Kinder dabei von examinierten Sportlehrern mit pädagogischer Ausbildung. Unterstützt werden die Kindersportschulen vom BLSV und dem Bayerischen Turnerbund.“ Wie kam der TVK auf die Idee eine „KiSS“ zu eröffnen? Kremser: „Ein Sportverein in alter Ausrichtung kann nicht mehr existieren. Daher muss man neue Wege gehen und neue Dinge anbieten. Der Vorteil der ‘KiSS’ ist, dass sie die Kinder sportartunabhängig fördert und sie später für die einzelnen Abteilungen empfiehlt.“ Gerhard Neumann (Sportreferent TVK): „Wir wollen mit der ‘KiSS’ versuchen, das Loch zwischen dem Mutter-Kind-Turnen und den Abteilungen zu schließen, bis sich die Kinder festgelegt haben, welche Sportart sie betreiben wollen.“ Dieter Schmidt (Finanzreferent TVK): Das Hauptargument für die ‘KiSS’ ist, dass die Kinder früh zum Sport animiert werden und dabei bleiben. Die Kinder lernen an der Bewegung Freude zu haben und werden durch professionelle Betreuung geleitet und gelenkt.“ Einblick in viele Sportarten Wie und wie oft wird in der Kindersportschule künftig trainiert? Strobl: „Es werden Grundlagen in fast jeder Sportart trainiert. Dazu gehören zum Beispiel Basketball, Gerätturnen oder Leichtathletik. Die Kinder bekommen über einen bestimmten Zeitraum Einblick in verschiedene Sportarten. Trainiert wird bei den Fünf- bis Sechsjährigen und den Sieben- bis Achtjährigen zweimal pro Woche jeweils eine Stunde und bei den Neun- bis Zehnjährigen zweimal pro Woche jeweils eineinhalb Stunden. Wir wollen in der ‘KiSS’ zudem sportmotorische Tests machen, die uns und auch den Kindern zeigen sollen, wie sie sich durch das Training koordinativ und konditionell weiterentwickeln.“ Schmidt: „Eine Zusammenarbeit mit Sportärzten wird ebenfalls angestrebt und auch Kooperationen mit anderen Vereinen sind denkbar.“ Wie ist die Resonanz auf die bereits bestehenden Kindersportschulen? Strobl: „Jede ‘KiSS’-Schule kommt super an, bisher hat noch keine schließen müssen.“ Warum haben Sie sich dafür entschieden, die „KiSS“-Kempten zu leiten? Strobl: „Ich empfinde den Umgang und die Arbeit mit Kindern als erstrebenswert. Kinder sind ehrlich. Daher ist die ‘KiSS’ für mich eine super Sache.“ Was erwarten Sie sich von der „KiSS“? Strobl: „Wir hoffen, dass das Ganze gut angenommen und über die Jahre wachsen wird. Mir ist es außerdem wichtig zu vermitteln, dass jedes Kind Spaß am Sport haben kann, auch wenn es vielleicht schon ein kleines Bäuchle hat.“ Wann genau wird die Kindersportschule in Kempten starten? Kremser: „Derzeit finden noch die Vorarbeiten statt, Start ist nach den Herbstferien am 7. November.“ Weitere Informationen zur „KiSS’-Kindersportschule Kempten gibt es im Internet unter www.kiss-kempten.de.

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