Jubiläum und Abschied am BKH Kempten

"Peter packt die Koffer…"

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Prof. Dr. Peter Briegers (Mitte) Weggang sei ein „freundschaftliches Auseinandergehen“, sagte Thomas Düll (2.v.re). „Ein Abschied, der beiden Seiten weh tut, aber keine Verletzten hinterlässt.“ Als Abschiedsgeschenke erhielt Brieger u.a. eine Bronze und ein Portrait. Im Bild: Die Personalratsvorsitzende Lisa Birke, Arthur Göttling (Stellvertretender Pflegedirektor des BKH) sowie Dr. Albrecht Egetmeyer (ganz re.), der das BKH von 1986 bis 2006 leitete.

Kempten – „Peter packt die Koffer und geht ins Exil“. Mit diesem selbst gedichteten Lied, das sie im Rahmen der Feier zum 30-jährigen Jubiläum des Bezirkskrankenhauses Kempten (BKH) augenzwinkernd vortrugen, brachten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Hauptthema der Veranstaltung auf den Punkt: Der Abschied des ärztlichen Direktors der Klinik, Prof. Dr. Peter Brieger.

„Ehrlich gesagt möchte ich Sie gar nicht verabschieden“, benannte Thomas Düll, der Vorstandsvorsitzende der Bezirkskliniken Schwaben, den allgemeinen Tenor. Er sei als Vorstandsvorsitzender mit der exzellenten Arbeit und dem großen Engagement Briegers stets überaus zufrieden gewesen. Neben seiner herausragenden fachlichen Kompetenz – Briegers Name taucht jedes Jahr auf der Focus-Liste der Top-Mediziner Deutschlands auf – sei er „in den zehn Jahren seit seinem Amtsantritt ein eloquenter, volksnaher und liebenswerter Chef seiner Klinik gewesen, in der er für guten Spirit gesorgt hat“, so Düll weiter. Auch die Personalratsvorsitzende Lisa Birke stimmte dem zu: „Ich hoffe, dass ihr Nachfolger unseren Ansprüchen genügen wird“, wie sie es schmunzelnd ausdrückte.

Brieger kam am 1. Februar 2006 aus Halle/Saale ans BKH. Er verlässt das Kemptener Fachkrankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik zum 31. Oktober dieses Jahres. Der 52-jährige Chefarzt wird neuer hauptamtlicher Ärztlicher Direktor des kbo-Isar-Amper-Klinikums, das acht Standorte im Großraum München mit rund 2900 Mitarbeitern, 1700 Betten und 120 teilstationären Plätzen betreibt. Er tritt dort die Nachfolge von Professor Dr. Dr. Margot Albus an, die in Ruhestand geht. Briegers Nachfolger wird Prof. Dr. Markus Jäger, bislang geschäftsführender Oberarzt des BKH Günzburg. Bis zu dessen Amtsantritt am 1. Januar 2017 wird Oberarzt Carlos Martinez das Kemptener BKH interimsmäßig leiten.

„Der Neubau des BKH und der damit verbundene Umzug aus dem Freudental hinauf zum Klinikum an der Robert-Weixler-Straße wird das sein, was Prof. Brieger auch in vielen Jahrzehnten in Erinnerung bringt“ , so Thomas Düll. Brieger habe das 35-Millionen-Projekt, „das einen Quantensprung für das BKH“ bedeutete, stets intensiv begleitet und vorangetrieben.

Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des am 7.1.1986 eröffneten BKH dankte Düll den Mitarbeitern für ihren „engagierten Einsatz im Sinne der anvertrauten Patienten. Sie sind allesamt kompetent, motiviert und fleißig und leisten jeden Tag rund um die Uhr eine tolle Arbeit. Und das angesichts der Komplexität und Schwere der Erkrankung mancher Patienten in einem wahrlich nicht einfachen Umfeld.“ Neun der nunmehr 250 Beschäftigten (im Freudental umfasste die Belegschaft nur rund 70 Personen) arbeiteten bereits seit 1986 im BKH, 14 seit mehr als 25 Jahren und 16 seit mehr als 20 Jahren, ergänzte Lisa Birke. „Das BKH ist offenbar ein guter Arbeitsplatz.“

Dieser Meinung war auch Arthur Göttling, der stellvertretende Pflegedirektor des BKH. Auch er ist seit der Gründung des BKH mit an Bord. Er warf in seiner Rede einen sehr persönlichen, anekdotenriechen Blick zurück auf 30 Jahre BKH, von denen 20 Jahre lang Dr. Albrecht Egetmeyer „mit viel Menschlichkeit“ die Geschicke des Hauses lenkte. „Damals herrschte Aufbruchstimmung. Wir hatten alle viel Power und alle Freiräume, um unsere Fantasie und Stärken einzubringen. Vor allem aber hatten wir Zeit für die Patienten.“ Nur eine Person sei damals von Dr. Egetmeyer sehr enttäuscht gewesen, gleich als sie ihn das erste Mal sah: Göttlings Mutter. „Und zwar weil Sie nicht aussahen wie Prof. Brinkmann aus der damals populären TV Serie Schwarzwaldklinik.“

Brieger selbst betonte, er sei „froh und stolz, dass ich die letzten zehn Jahre mitgestalten durfte. Dass ich mich verabschiede, bitte ich Sie zu respektieren. Es gibt keinen Grund, Kempten zu verlassen. Es gibt vielmehr die Herausforderung der neuen Stelle und die Entscheidung ist mir alles andere als leicht gefallen. Aber jetzt, wo sie gefallen ist, erscheint sie mir richtig. Und ich glaube, dass es für eine Institution auch eine Chance ist, wenn nach zehn Jahren die Führung mal wieder wechselt. Dr. Jäger wird diese Aufgabe großartig fortführen.“

Sabine Stodal

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