Jugend will Politik machen

In Kempten wird es wohl künftig wieder ein Jugendparlament oder Jugendforum geben. In einem Brief an die Stadträte hat ein Schüler die Möglichkeit einer solchen Institution abgeklopft. Die Mitglieder des Jugendausschusses befürworteten die Idee, allerdings unter der Voraussetzung, dass der Impuls von den Jugendlichen selbst kommt und die Stadt sie begleitet.

Wie Thomas Baier-Regnery, Leiter des Amts für Jugendarbeit, in der jüngsten Sitzung des Ausschusses erläuterte, gab es bereits in den vergangenen Jahren ernsthafte Bemühungen ein Jugendparlament in Kempten zu etablieren. Nachdem es einige Jahre erfolgreich gearbeitet hatte, blieb vor allem durch Fluktuation der aktiven jungen Menschen das notwendige Engagement aus. OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) bestätigte, dass die Erfahrungen in der Vergangenheit positiv waren. Um die Jugendlichen weiterhin zu beteiligen, hat die Stadt verschiedene Wege eingeschlagen. Einerseits treffen sich der OB und Ansprechpartner der Verwaltung bereits über mehrere Jahre hinweg etwa zweimal jährlich mit Schülervertretern oder Vertretern der Schülermitverantwortung (SMV). Dort können die Jugendlichen ihre Anliegen und Bedürfnisse thematisieren. „Für diesen Kreis an jungen Menschen haben wir ein Projektbudget konzipiert“, erklärte Baier-Regnery. Konkret werden sowohl Projektideen, die von den jungen Menschen selbst vorgestellt und eingebracht werden, als auch Veranstaltungen wie Klassensprecherseminare finanziert. „Die Idee kommt einem Jugendforum sehr nahe“, meinte deshalb der Amtsleiter. Andererseits gibt es eine fraktionsübergreifende Initiative verschiedener Stadträte, die Jugendliche stärker für kommunalpolitische Themen interessieren wollen. Auf Wunsch kommen die Stadträte an die Schulen, meist in die 9. oder 10. Klasse, mit dem Ziel, das politische Arbeiten erlebbar zu machen. Die Schüler werden aufgefordert sich aktiv in die Kommunalpolitik einzumischen. Auch so werden die jungen Menschen in Kempten beteiligt. Grundsätzlich begrüße die Verwaltung die Schaffung eines Jugendparlaments oder -forums, stellte Baier-Regnery klar. „Eine grundlegende Voraussetzung muss jedoch gegeben sein: Die Bildung eines Jugendparlaments bzw. eines Jugendforums sollte aus der Beteiligung der jungen Menschen heraus entstehen und nicht 'von oben' organisiert werden.“ Das unterstrich auch Netzer. Die Hilfe der Verwaltung werde angeboten, die Initiative müsse aber von den Jugendlichen kommen.

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