Jugendliche bringen Hoffnung

Luftballons mit Gebetszettelchen ließen die Teilnehmer am Samstag vom Rathausplatz aufsteigen. Foto: Kampfrath

Rund 50 Jugendliche aus Kempten und der Umgebung wollen Hoffnungsträger sein. Dazu werden sie in den nächsten Monaten Menschen in Krankenhäusern besuchen, Obdachlosen Essen bringen, Spielplätze säubern, Müll im Stadtpark sammeln oder andere gute Taten vollbringen. Am Samstag vergangener Woche startete in Kempten und vielen anderen Städten vor dem Rathaus die bundesweite Aktion „Hoffnung – Dienen mit Wort und Tat“.

Drei verschiedene Kemptener Jugendgruppen nehmen an der Aktion teil. Dazu gehören die Jugendlichen der Freien Evangelischen Gemeinde, der Evangelisch Freikirchlichen Gemeinde und die gemeinsame Gruppe der Jordanstiftung und des Christlich Sozialen Forums. „Es steht noch offen, bei welchen Initiativen die Jugendlichen mithelfen. Aber die Jugend ist ja spontan“, sagte Susanne Kühn von der Freien Evangelischen Gemeinde, die die Auftaktveranstaltung moderierte. Laut Kühn ist es eine deutschlandweite Aktion, bei der Jugendliche im wahrsten Sinne des Wortes die Ärmel hochkrempeln. „Die Jugendlichen wollen Hoffnungsträger sein. Sie wollen zu Menschen gehen, die krank oder einsam sind.“ Auch das Helfen beim Schneeschieben oder Rasenmähen gehöre zu den Aufgaben. „Wir sind gespannt, was sich die Jugendlichen in Kempten einfallen lassen“, erklärte Kühn. Martin Langenmaier, Stiftungsratsvorsitzender der Jordanstiftung, zeigte sich beeindruckt: „Für mich ist es begeisternd, dass sich die junge Generation heutzutage nicht schämt, für christliche Werte einzustehen.“ Rund 5000 Jugendliche aus 250 Gruppen seien insgesamt daran beteiligt. Viel Positives erwartete Bürgermeister Josef Mayr (CSU) von der Aktion. „Mehr Hoffnung und mehr Dienen wären ein großer Silberstreif am Himmel unserer Zukunft.“ Der Martinsmantel solle ein Zeichen für Teilen, Helfen, Stützen und Unterstützen sein. Die Gesellschaft habe Defizite. Der Kommunalpolitiker zitierte den Benediktiner David Riedel mit den Worten: „Wir kommen zum Mond, aber nicht mehr an die Tür des Nachbarn.“ Abschluss im November Das Aktionsjahr sei die richtige Antwort auf die Fragen der Gegenwart. „Teilen, Hoffen und Dienen sind Schlüsselwörter der Zukunft. Ich wünsche mir, dass diese Aktion ansteckend wirken wird, dass viele weitere Gruppen sich anschließen werden.“ Er könne sich vorstellen, dass eine Welle der Hilfe und Mitmenschlichkeit durch das Land geht. „Kempten ist in einem Ranking zur lebenswertesten Stadt Deutschlands gewählt worden. Es sollte unser Ziel sein, auch die mitmenschlichste Stadt der Republik zu werden.“ Mayr sprach sich für „mehr Nestwärme“ in unserer Gesellschaft aus. Der Bürgermeister übergab je zwei Vertretern der drei Jugendgruppen einen Martinmantel und ein Hoffnungsbuch. Dort sollen die Jugendlichen all ihre guten Taten mit Wort und Bild eintragen. Am 11. November werden die jungen Hoffnungsträger das Buch und die Hälfte des Mantels an den Bürgermeister zurückgeben. An diesem Tag findet bundesweit die Abschlussaktion statt. Susanne Kühn wünschte sich dafür ein „prall gefülltes Hoffnungsbauch“. Vor drei Monaten habe noch niemand in Kempten von dieser Aktion gewusst, wie Heinz Eschenbacher, Pastor der Freien Evangelischen Gemeinde, verdeutlichte. Doch dann seien zwei Männer mit dem Vorschlag an Susanne Kühn herangetreten. „Jesus hat nicht nur gepredigt, sondern Liebe ganzheitlich gelebt. Es geht um Glaube, Liebe, Hoffnung“, meinte der Pfarrer. Die Aktion sei eine Weitergabe von Liebestaten. „Wir wollen zu denen gehören, die für andere da sind, weil Jesus Menschen mag. Wenn ihr Einsame besucht oder auch das Klo putzt, dann tut dies in der Liebe Jesu“, so Eschenbacher. Gebete für die Stadt Ursprünglich sollte jeder der Anwesenden einen mit Helium gefüllten Luftballon bekommen und ihn auf die Reise schicken. Da aber die Bändchen kaum voneinander zu trennen waren, stiegen die Luftballons nach dem Countdown im Pulk gen Himmel. An jedem Bändchen hing ein Zettel, auf den die Jugendlichen ihr Gebet für die Stadt geschrieben hatten. Auf einem stand zum Beispiel: „Herr, schenke Erweckung und lass mich Teil davon sein.“ Die dreiköpfige Band der Jordanstiftung spielte während der Auftaktveranstaltung mehrere religiöse Lieder.

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