20 Jahre Juze St.-Mang

Viele Angebote für Teenager

+
Im Rahmen der Feier zum 20-jährigen Bestehen des Jugendzentrums St.-Mang begeistern Jugendliche mit einer Breakdance-Einlage.

Kempten – Genervt von häuslicher Enge und familiärer Aufgabenverteilung treffen sich viele Jugendliche nachmittags am liebsten mit Freunden. „Abhängen“ oder „Chillen“ heißt das heute in der Sprache der Teenager. Wenn man aber Jugendlichen die richtigen Angebote macht, ihnen im wortwörtlichen Sinn Räume lässt, ihre Freizeit ohne große Zwänge selbst zu gestalten, dann gehen diese auch in der Regel darauf ein. Das Jugendzentrum St.-Mang ist ein gelungenes Beispiel für ein solches Angebot an Jugendliche. Dieser – verkürzt als Juze – bezeichnete Jugendtreff unter der Trägerschaft des Stadtjugendrings (SJR) Kempten feierte am Samstag sein 20-jähriges Bestehen.

Das von vier hauptamtlichen Sozialarbeiter/innen und Sozialpädagogen/innen unter der Regie von Marina Wanner geführte Haus versteht sich selbst seit Inbetriebnahme im Jahre 1992 als ein „Schutzraum für Jugendliche“. Hier ist man offen für alle Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren und fördert unter anderem auch die Integration von Heranwachsenden mit Immigrationshintergrund. Auch ein erstes Projekt mit Menschen mit Behinderung, „Barriere los geht´s!“ wurde vom SJR initiiert und vor Ort in St.-Mang erfolgreich umgesetzt.

Im Juze soll der Jugendliche behutsam, aber doch nachhaltig, Werte vermittelt bekommen. „Sie sollen zu einem selbstständigen Leben befähigt werden“, so SJR-Vorsitzender Stefan Keppeler. Jugendliche sollen partizipieren und angeregt werden, konstruktiv an der Gesellschaft teilzuhaben. Kein einfaches Unterfangen, ist doch die Voraussetzung, dass solche Angebote von der Stadt an die Jugendlichen auch angenommen werden. Das dies gelang, legte Bürgermeister Josef Mayr (CSU) in seiner Dankesrede an die Verantwortlichen des Stadtjugendringes und alle anderen helfenden Händen dar. Er attestierte dem Juze eine jugendgerechte Atmosphäre, so dass Heranwachsende seit 20 Jahren freiwillig das Jugendzentrum St.-Mang zur individuellen Freizeitgestaltung aufsuchen. „Es ist auf Sand geschrieben, was du im Alter lernst, doch ist’s in Stein graviert, was du gelernt hast in der Jugend“, mit diesem Zitat umschrieb Mayr ein zweites Anliegen des Jugendzentrums, nämlich Lernräume zu schaffen, in denen Heranwachsende von den Erfahrungen Älterer profitieren.

Ausflüge und Workshops

Um solche Begegnungen zu ermöglichen, werden vom Juze immer auch konkrete Angebote gemacht, sei es eine Freizeitfahrt nach Irland, ein Spielbesuch beim FC Augsburg oder konkrete Workshops, wie „Jugendliche und das Internet“.

Unvergessen und nicht unerwähnt blieben bei der Jubiläumsfeier die vielen erfolgreichen Mikroprojekte im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ aus dem Jahre 2005, an denen sich auch Projektgruppen vom Jugendzentrum beteiligten und aus dem sich darüber hinaus unter anderem ein Stadtteilbüro und ein Quartiersmanagement entwickelte (der KREISBOTE berichtete). Das Zentrum arbeitet zudem auch im Bereich Prävention, gerade wenn es um Gewalt unter Jugendlichen oder Drogenkonsum geht. Hier leistet der Stadtteilbeamte und Polizist Gerd Jeschke wertvolle Arbeit, indem er ins Juze kommt und versucht, Vorurteile der Teenager gegenüber den Gesetzeshütern in Gesprächen von Angesicht zu Angesicht abzubauen.

Diese und alle anderen Angebote, Projekte und wesentlichen Ereignisse der vergang- enen 20 Jahre wurden den Gästen der Jubiläumsfeier anschaulich auf Stellwänden erläutert. Der erste Leiter des Jugendzentrums und heutige Geschäftsführer des Stadtjugendrings, Alexander Haag, erwähnte in seiner Rede über die Geschichte die unglückselige Namensgebung zu Beginn, als das Juze auf den Namen Jugendtreff „Trauma“ getauft wurde. Ein Name, der weder die Inhalte noch Ziele des Zentrums darstellte und folglich schnell verschwand.

Betreuung intensivieren

Haag berichtete zudem von Events mit 350 Jugendlichen im Hause und gab die ein oder andere Anekdote aus 20 Jahren Juze zum Besten. Am Ende gab es von ihm und Bürgermeister Mayr noch eine Blick in die Zukunft: „Wir werden die Betreuung der Jugendlichen in der Phase vom Schulabschluss hin zum Berufseinstieg noch intensivieren, die politische Teilhabe der Heranwachsenden fördern und das Gesundheitsmanagement forcieren“, so der Geschäftsführer des SJR.

Mayr wendete bei seinem Ausblick einen Blick nach oben in Richtung Dachstuhl des Jugendzentrums und versprach eine energetische Sanierung des Gebäudes und eine Fortsetzung der finanziellen Zuwendungen für das Jugendzen- trum, die sich im Jahr auf rund 230 000 Euro belaufen.   Jörg Spielberg

Meistgelesene Artikel

Ausblick und Austausch

Kempten – Knapp 200 Repräsentanten der verschiedenen Bereiche des Lebens in Kempten versammelten sich am Dienstagabend in der Schrannenhalle des …
Ausblick und Austausch

Neues Wettbewerbsgebiet für Stadtparkgestaltung

Kempten – „Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt“ lautet eine Redensart, die sich nun bei der Auslobung für den Wettbewerb zur …
Neues Wettbewerbsgebiet für Stadtparkgestaltung

Lebensgefährtin versucht anzuzünden

Kempten – Am Donnerstagnachmittag vergangener Woche eskalierte ein Streit zwischen einem Pärchen, in dessen Verlauf der Mann offenbar versuchte seine …
Lebensgefährtin versucht anzuzünden

Kommentare