Junges Wohnen in Lenzfried

Rund 50 Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften und Reihenhauseigenheime wollen die BSG Allgäu und die Firma Geiger in Lenzfried errichten. Die Leiterin des Stadtplanungsamtes, Antje Schlüter, hat in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses einen Entwurf präsentiert, der zeigt, wie das künftige Wohngebiet aussehen könnte. Kritik gab es vor allem von Seiten der CSU-Fraktion.

Als „Gestaltungsplänchen“ bezeichnete Schlüter den Entwurf des Planungsbüros Sieber, der dem Ausschuss zur Diskussion vorlag. Er sei noch veränderbar. Demnach soll eine neue Straße vom Trilschweg aus entlang der Friedhofsmauer nach Norden gehen. Zwischen Mauer und Straße sei ein breiter Grünstreifen vorgesehen, gegenüber soll eine lockere Bebauung mit Wohnhäusern beginnen. Die Straße soll dann abknicken, parallel zum alten Ortsrand nach Nord-Osten verlaufen und schließlich in einem Wendehammer münden. Links und rechts der Straße sollen etwas dichter als zu Anfang die restlichen Wohnhäuser entstehen. Wie Schlüter erklärte, sei es auf absehbare Zeit nicht möglich, eine Verbindung bis zur Bischof-Haneberg-Straße herzustellen, weil die entsprechenden Grundstücke nicht zu Verfügung stehen. Diese Straßenführung fand allerdings nicht bei allen Stadträten Anklang. Die CSU-Stadträte Karl Sperl und Erwin Hagenmaier störten sich an der Position des Wendehammers. Um ihn herum sieht der Plan Wohnhäuser vor. „Wir kommen um den Wendehammer nicht herum“, erklärte Schlüter. Was aber, wenn sich die Grundstückssituation in Zukunft einmal ändert und die Straße dann doch vom Trilschweg bis zur Bischof-Haneberg-Straße durchgehen kann? Für diesen Fall sei der Wendehammer in Mitten der Häuser schlecht platziert. „Man muss ja nicht jedem Projekt ansehen, in welchen provisorischen Abschnitten man es gebaut hat“, kritisierte Hagenmaier. Er ziehe eine Position nord-östlich abseits der Häuser vor. Der CSU-Fraktionsvorsitzende störte sich zudem an einer weiteren Ungereimtheit. Im Flächennutzungsplan (FNP) sei vorgesehen, auch dem Golfstandort Lenzfried Erweiterungsspielraum zu gewähren. Er wollte daher wissen, wieso die Stadtverwaltung diese Pläne schon ein Jahr, nachdem der FNP in Kraft getreten ist, zu Gunsten eines reinen Wohngebiets verworfen habe. Bürger werden gehört Schlüter erinnerte, dass es für ein Golfhotel keinen Investor gebe. Zudem sei eine Erweiterung des Golfplatzes von neun auf 18 oder gar 27 Loch nicht wünschenswert. Ohne einen solchen Platz sei ein Golfhotel ohnehin nicht zukunftsfähig. Auf ein weiteres Problem wies OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) hin: „Die Erschließung eines Hotels und eines Wohngebiets nur über den Trilschweg funktioniert nicht“, erklärte Netzer. Golfhotel und Wohngebiet würden sich nicht vertragen meinte auch Baureferentin Monika Beltinger. „Die eine Entwicklung würde die andere bremsen“, meinte sie. Netzer ergänzte: „Wenn wir nicht umswitchen, würden wir auf die Entwicklung eines Wohnangebots für die Bürgerinnen und Bürger verzichten.“ Ein konkreter Plan soll laut Schlüter im März folgen. Bis dahin sollen auch die Lenzfrieder Bürger Gelegenheit bekommen, sich zu dem Vorhaben zu äußern.

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