Die Kasse kann klingeln

Groß war der Ansturm im und vor dem Miniladen im Oberösch, als er Ende vergangener Woche mit großem Bahnhof eröffnet wurde. Damit hat die Bevölkerung des Stadtteils Sankt Mang die immer wieder bemängelte Nahversorgungslücke in Eigeninitiative geschlossen.

Angeregt durch das Stadtteilbüro Sankt Mang und die BSG Allgäu hatten sie einen Arbeitskreis gebildet, der wie bereits mehrfach berichtet sowohl die Gründung der „Miniladen Genossenschaft eG“ als auch den Laden auf den Weg brachte. Vom Regale schrubben und aufbauen bis zur Einrichtung des Lagers und Büros haben die AK-Mitglieder bei der Vorbereitung kräftig Hand angelegt, wie eine kleine Fotowand vor dem Laden dokumentierte. Als Ergebnis des Engagements verlockt nun ein Lebensmittel-Vollsortiment auf freundlich gestalteten 100 Quadratmetern dazu, die Einkaufstaschen zu füllen – zu durchaus „konkurrenzfähigen Preisen“, so Genossenschaftsvorstand Robert Treffler. Besonderen Wert habe man auf ein attraktives Frischeangebot aus der Region gelegt, freute er sich über die „sehr gute Zusammenarbeit“ mit dem Schlachthäusle und „Früchte Schubert“. Backwaren gebe es von der benachbarten Bäckerei. So könne der nachbarschaftliche Ratsch in der kleinen Sitzecke des Miniladens auch bei einer Tasse Kaffee oder Speisen aus der Bäckerei stattfinden. Mit Dominik Zick sei ein Marktleiter gefunden worden, der auch den älteren Kunden aus den beiden nahe gelegenen Seniorenanlagen stressfreies Einkaufen ermögliche, wies Treffler auf ein weiteres Plus des Miniladens hin. „Eine echte Partnerschaft“ sei mit dem auf Dorfläden spezialisierten Lebensmittel-Großhändler Utz aus Ochsenhausen entstanden, der den Laden bei Bedarf sogar täglich beliefern werde. Während drinnen schon munter die Kasse klingelte, gab es draußen viel Lob von offizieller Seite. „Heute hat unser Baby das Licht der Welt erblickt“, bat Vorstandsmitglied Thomas Pezely alle darum, dem Miniladen auch „durch seine Kinder- und Jugendzeit zu helfen“. BSG-Chef Mario Dalla Torre bedankte sich bei all denen, die „die Hoffnung für den Tante-Emma-Laden nie aufgegeben haben“. Die Verwirklichung des Projektes bedeute eine Verbesserung der Lebenssituation insbesondere der „Senioren in unseren Wohnquartieren“. Bezug nehmend auf den Grundgedanken der Genossenschaften, sah OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) den Miniladen als „ein gutes Zeichen für diesen Stadtteil“. Den Segen gab es von den Pfarrern Thomas Hagen und Martin Weinreich, dem sich Harald Hiltensberger von der Neuapostolischen Kirche mit einem Grußwort anschloss.

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