Förderverein Isnyer Museen betrachtet mit Sorge die Entwicklung

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Gerhard Weisgerber bei seinem Vortrag.

Isny – Bei seiner Jahresversammlung zog der Förderverein Isnyer Museen Bilanz für das vergangene Jahr. Vorsitzender Dieter Hechelmann machte deutlich, dass bisher keine Lösung für einen neuen Museumsstandort in Sicht ist, wenn der Vertrag mit Jakob und Karl Immler im Herbst 2016 ausläuft.

Die beiden Brüder stellen das Gebäude der Stadt derzeit kostenfrei zur Verfügung. 

Da sich eine Entscheidung über einen neuen Standort eines Museums erfahrungsgemäß lange hinziehen kann, sind Hechelmanns Bedenken durchaus nachvollziehbar. Immerhin müssen die Isnyer Museen seit nunmehr fünf Jahren auch schon ohne hauptamtlichen Leiter auskommen. Der Förderverein hat vorwiegend ehrenamtlich die Aufgaben kommis- sarisch mit übernommen. 

Eine Lösung mit einer neuen Leitung wurde immer wieder hinausgeschoben. In diesem Jahr ist allerdings im Finanzhaushalt erstmals ein Zuschuss in Höhe von 30 000 Euro eingestellt, der für die Einstellung eines Leiters der Museen verwendet werden soll. Die Ausschreibung wird zeitnah erfolgen und damit ist ein Anfang gemacht. Wie der Zustand der Isnyer Museen tatsächlich ist, kann an den Eintrittsgeldern abgelesen werden. 1405 Euro sind bei beiden Museen im vergangenen Jahr eingenommen worden. 

Ein Blick über die Zuhörer bei der Jahreshauptversammlung macht ein weiteres Problem unübersehbar. Die Überalterung der Mitglieder wird am grauen bis weißen Haupthaar deutlich. Erich Laib, seit vielen Jahren Hüter der Finanzen, bestätigte in seiner Abrechnung, dass die Mitgliederzahl von 250 zu Beginn auf 162 gesunken ist. Das mache ihm Sorgen, denn die Beiträge der Mitglieder werden dadurch weniger. Trotzdem konnte er eine positive Bilanz vorlegen. 

Noch immer schreibt der Verein schwarze Zahlen. Als Kassenprüfer hat Oswald Längst die Ausführungen bestätigt und Hauptamtsleiter Klaus Hägele hat die Entlastung geleitet. In seinem Grußwort der Stadt dankte er dem Verein für den bisherigen Einsatz und sagte deutlich, dass die Stadtgeschichte immer dargestellt bleiben soll. Das wäre ganz im Sinne der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat. 

An diesen Teil schloss sich ein Referat von Gerhard Weisgerber an, der zusammen mit Heinz Bucher ein Buch über den Winterthurer Kachelofen im Rathaus herausgebracht hat. Die Geschichte des Ofens an sich ist schon interessant genug, aber seine Ausführungen über die Gestaltung der Embleme (dreiteilige Bemalungen mit allegorischen Bildern, lateinischen Kurztexten und Vierzeilern in deutscher Sprache) und deren Bedeutung rundeten das Bild deutlich ab. 

Gerhard Weisgerber hat auch den Führer durch die Josephs-Kapelle auf dem Vorstadtfriedhof herausgebracht und beschäftigt sich nun gerade mit der Marienkapelle hinter der Georgs-Kirche, die im oberen Teil des Altars ebenfalls vier Embleme hat und auch sonst kunstgeschichtlich überarbeitet werden sollte.

Manfred Schubert

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