Keine Panik in der CSU

Auf erfreulich viel Interesse stieß die Veranstaltung des CSU-Ortsvereins Dietmannsried mit Staatssekretär Dr. Gerd Müller. Das Motto „Von Sarrazin bis Guttenberg" lockte am Sonntagabend mit Topaktualität. Foto: Würzner

Wenn Bürger Fragen haben zum politischen Geschehen dieser Tage, nutzen sie gerne die Gelegenheit Antworten aus berufenem Munde zu bekommen. CSU-Staatssekretär Dr. Gerd Müller vertritt den Wahlkreis, zu dem auch Dietmannsried gehört, im Bundestag und stellt sich zusätzlich zur regelmäßigen Information der CSU-Ortsvorsitzenden dieser Aufgabe. Das Motto „Von Sarrazin bis Guttenberg“ war offensichtlich interessant und aktuell genug, um zahlreiche Bürgerinnen und Bürger am Sonntagabend in den Gasthof Ochsen zu locken.

Nach der Begrüßung durch Ignaz Wahl gab „unser Mann in Berlin“ einen Art Rechenschaftsbericht. Die Finanzkrise, die Entwicklung des Allgäus, die Schul- und Kinderbetreuungssituation, das Alter und die Rente sowie die Bedrohungsanalyse durch Terroristen wurden angesprochen. Ein Hinweis in eigener Sache war auch dabei. Mit Blick auf die Errungenschaften der vergangenen 30 Jahre wie die Fertigstellung der Autobahn A7 oder Ausbau der B12 – nicht zu vergessen die B19 und den Allgäu Airport in Memmingerberg – zollte der Politprofi all denjenigen Respekt, die zur Umsetzung dieser Projekte beigetragen haben, auch als Gegner. Denn oft würden in den Diskussionen Aspekte angesprochen wie Umwelt- oder Naturschutz, die sonst vernachlässigt würden und sich auf lange Sicht als wichtig erweisen. Mit Blick auf die rasant steigenden Umfragewerte anderer Parteien blieb Müller gelassen. „Ob die nach so vielen Jahren politischer Arbeit, nicht in der Opposition, sondern in einer Regierung, wie sie unsere Partei geleistet hat, immer noch so gut dastehen, bleibt abzuwarten,“ kontert er die Aussage eines Zuhörers. Der hatte bemerkt, daß in der CSU auffallend viele Alte, bei den Grünen vermehrt junge Leute zu sehen seien. Sich in der Partei hochzudienen, sei für viele junge Menschen zu mühsam, so Müller. Dieses Phänomen bezeichnete er als Wohlstandsfaulheit und erntete prompt Kritik. Um sie zu entschärfen, verwies er auf seine Homepage im Internet, die die Möglichkeit bietet, schnell Antworten auf Fragen zu erhalten. „Die Freude über engagierte Mitarbeiter, vor allem gut ausgebildete junge Frauen, ist riesig,“ lautete sein Kommentar dazu. Politiker mit dickem Fell Kritik muss man in dieser Position einstecken können, sogar als Politiker im Zusammenhang mit dem Umgang Sarrazins und dessen Thesen als Feiglinge bezeichnet werden, bleibt er äußerlich ruhig. Bei der Beantwortung der Fragen nach Rentenalter, landwirtschaftlichen Problemen, regenerativen Energien, Atomstrom oder PKw-Maut verweist er darauf, daß Politik dem Allgemeinwohl verpflichtet sei, und nicht Zeitströmungen nachlaufen sollte. „Wenn wir von allen Seiten gleich heftig attackiert werden, dann liegen wir richtig,“ schloss er seine Ausführungen und versprach, sich bald wieder an dem Frage und Antwortspiel zu beteiligen.

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