Kempten feiert zwei Tage lang

Tagsüber waren beim Stadtfest vor allem Spiel, Spaß und Spannung angesagt,...

Ein bisschen Zufall wäre es ja schon gewesen, wenn das eher raue Allgäuer Klima ausgerechnet zum Stadtfest-Wochenende sein gelegentlich mediterranes Gesicht zeigen würde. Tut es aber meistens nicht. Dennoch ließen sich Tausende von ein paar „Schüttlern“ und knapp zweistelligen Temperaturen in den späteren Abendstunden offenbar nicht beeindrucken. Ob vor den großen Bühnen auf dem Rathaus- und St.-Mang-Platz oder vor dem Party-Turm an der Residenz, wo die Jugend abrockte: Überall dominierte das bunte, pralle Leben.

„Highlights“ lauerten schon fast an allen Ecken und Enden. Vom großen Bungee-Springen an der Residenz (wo sich Waghalsige aus 60 Meter Höhe vom Kranarm aus in die Tiefe stürzten) bis hin zum Bungee-Trampolin für die kleinen Besucher. Von feurigen Tanz-Vorführungen bis hin zu den „Kunststückchen“ der Blaulichtverbände (beispielsweise Einsatz der Rettungsschere beim eingedrückten Fahrzeug). Es blieb aber auch durchaus Zeit für die Muse. So kam „König Ludwig“ (Matthias Stockinger) zurück, sang Ausschnitte aus dem Musical, das zwischen dem 7. Juli und 28. August in der bigBOX geboten wird. Tja, und der Sport verlockte ebenfalls immer wieder zum Innehalten: Viele Bewunderer hatten die Trialkünste von RGA und MSC Scuderia, und die Menschenkicker amüsierten das ebenso zahlreiche wie lautstarke Publikum. In der Fußgängerzone flanierte die Leute an einer großen Bodenmatte vorbei. Dort demonstrierten vor allem Kinder und Jugendliche, wie man mit flinken Griffen einen „Gegner“ ohne Schlagen außer Gefecht setzt. „Gerade für junge Menschen ist das eine gute Möglichkeit, Selbstvertrauen zu tanken“, sagte Judo-Trainer Bernd Eisele vom TVK. Er verwies auf Selbstverteidigungstechniken, die man in neuen Kursen ab September erlernen könne. Einige Meter weiter, direkt vor dem Modehaus Reischmann, veranstaltete die dortige Sportabteilung ein Fußball-Schießen mit Ball-Geschwindigkeitsmessung – Kathrin brachte es immerhin auf 85 km/h, da mussten sich einige Buben gewaltig anstrengen. Schließlich hatten FCB-Stars wie Robben viele Bälle in der vergangenen Saison „nur“ mit etwa 120 km/h in die Maschen gejagt. Für die Begleitmusik sorgte im wahrsten Sinne des Wortes die Band „Veto-Sound“. Dass Ricco, Anja und Frankkey sogar ohne Bass und Schlagzeug rockten, gefiel dem 58-jährigen Klaus besonders gut. Beim Gang durchs Stadtfest belauschte das ehemalige Band-Mitglied die unterschiedlichsten Musikgruppen, der Kemptener traf aber auch etliche Freunde und „Altbekannte“. Helmut Fäustle war mit seinen fröhlichen und quicklebendigen Zwillingen Gloria und Lea (5) unterwegs. Die mittelalterlichen Marktstände im Mühlbachquartier haben dem Probstrieder besonders gut gefallen. Ebenso die tänzerischen Finessen der „Dynamic Dance Corporation“, die – wie Leiterin Kathrin Ruppert sagte – im Spätherbst ihr 25-jähriges Bestehen feiern wird. Der Tanz-Nachwuchs rückte auf der Bühne ins Rampenlicht. Ebenso wie Tina (zehn) und Lisa (acht) beim Action-Painting auf dem St.-Mang-Platz. Ganz ohne Pinsel „schleuderten“ sie Farbe auf eine große Fläche Papier. Als Lohn für die Mühen winkten City-Schecks. Ein Bonbon für diejenigen, die der Einladung „Mitmachen statt nur zuschauen“ gefolgt waren, wie Michaela Hampl vom Stadtjugendring erklärte. Einen besonderen Gag zog die 29-jährige Monika im Gemenge vor dem Rathaus ab. Gestenreich trällerte sie so manche Melodie von der „Biene Maya“ bis hin zur Nationalhymne. Aber nur, wenn zuvor jemand einen Euro in ihre leibumspannende Kartonbox geworfen hatte. „Nächsten Samstag habe ich Hochzeit, und da brauche ich noch ein Kleingeld für das Festmahl meiner Gäste“, verriet die Kaufbeurerin. „Schließlich heirate ich meinen absoluten Traummann“, strahlte die junge Dame übers ganze Gesicht.

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