Kemptens Markt- und Parkplatz

Die Diskussion um die Umgestaltung des Hildegardplatzes geht in die nächste Runde. Entscheidend wird sein, wie sich der dortige Parkplatzbedarf mit einer attraktiven Platzgestaltung vereinen lässt. Das kristallisierte sich in der jüngsten Sitzung des Verkehrsausschusses heraus. Die Stadtverwaltung soll nun mehrere Lösungen erarbeiten. Im November kommen dann die Bürger zu Wort.

183 Parkplätze gebe es im Bereich des Hildegardplatzes, 111 davon auf dem Platz selbst, erklärte Reiner Neumann von der Firma Modus Consult aus Ulm. Laut einer Verkehrserhebung vom Juni seien maximal 156 davon gleichzeitig belegt. Man müsse also von einem Bedarf von rund 160 Parkplätzen ausgehen. Seine Empfehlung an die Stadträte lautete aber, 100 bis 120 auch nach der Neugestaltung des Platzes dort zu lassen. Grund: Etwa ein Viertel der Autofahrer, die ihren Wagen auf dem Hildegardplatz abstellen, machen sich dann auf den Weg in die Fußgängerzone. Das habe eine Befragung der Autofahrer durch Modus Consult ergeben. Rund 50 Parker könnten entsprechend auf den Königsplatz ausweichen, rechnete Neumann vor. Die 100 bis 120 Parkplätze auf dem Hildegardplatz würden von Läuten genutzt, die vor Ort in Geschäfte, Arztpraxen und Apotheken gehen. Einige Fragen zum Parkplatzbedarf musste Neumann jedoch offen lassen. Was tun, wenn zweimal in der Woche der Markt seine Zelte auf dem Platz aufschlägt? Eng könnte es auch werden, wenn mehrere Veranstaltungen, etwa im Kornhaus, Fürstensaal, der angrenzenden Gastronomie und der Basilika zusammenfallen, mahnte Stadtrat Josef-Leonhard Schmid (CSU) an. Ortsnahe Alternativen konnte Neumann nicht in ausreichender Zahl präsentieren. Zudem in der Diskussion: Wie soll der Hildegardplatz attraktiv für die Bürger sein, wenn er gleichzeitig über 100 Autos beherbergen muss? Die Grünen-Stadträte Eduard Bühler und Thomas Hartmann taten sich damit schwer. „Wir wollen die Aufenthaltsqualität verbessern. Das können wir nicht mit dem Hauptaugenmerk auf dem Parkplatz“, war sich Bühler sicher. Bei den Ansprüchen an den Verkehr dürfe man nicht nur den Autoverkehr berücksichtigen, meinte Hartmann. Auch Radfahrer, Fußgänger und nicht zuletzt Anwohner hätten Ansprüche. Nach Meinung von Bürgermeister Josef Mayr (CSU) gelte es, „den Hildegardplatz als eines der letzten zusammenhängenden urbanen Geschäftsviertel zu erhalten“. Der Parkplatzbedarf in der Innenstadt werde in der Zukunft zunehmen, wenn etwa „Wohnen am Hofgarten“ die Parkmöglichkeiten auf dem Gelände der ehemaligen Prinz-Franz-Kaserne verdränge. Daher müsse die Stadt auch beim Thema Parkplätze ihre Hausaufgaben machen, wenn der Hildegardplatz neu gestaltet wird. Die beiden Grünen-Vertreter äußerten Befürchtungen, dass das „Schreckgespenst“ Tiefgarage wieder aufkommen könnte, die wohl teuerste aller Lösungen. Die historische Bedeutung des Jahrhunderte alten Platzes hob Stadtrat Schmid hervor. Sie müsse unbedingt bei der Sanierung berücksichtigt werden. Dass die Frage nach der Platzgestaltung noch völlig offen ist, betonte OB Dr. Ulrich Netzer (CSU). Die Stadtverwaltung soll nun mehrere Lösungen erarbeiten. Diese werde man dann am Dienstag, 25. November, um 19.30 Uhr zusammen mit den Bürgern im Kornhaus besprechen. „Vielleicht kommen ja auch Lösungsvorschläge aus der Bevölkerung“, meinte der OB. Danach sollen Arbeitskreise die Arbeit weiterführen. Netzer schwärmte in diesem Zusammenhang von einem „workshopartigen Prozess“.

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