Klinik-Defizit steigt weiter

Das Klinikum Kempten-Oberallgäu hat das Jahr 2008 mit einem Minus von fast zwei Millionen Euro abgeschlossen. Das gab Personalleiterin Petra Zarbock am Donnerstagabend im Stadtrat bekannt. Noch vor einem Jahr war Krankenhaus-Geschäftsführer Michael Schuler von einem Verlust von 1,2 Millionen Euro für das Jahr 2008 ausgegangen.

Der Oktober ist traditionell der Monat, in dem die Geschäftsführer der Unternehmen, an denen die Stadt beteiligt ist, dem Stadtrat ihre Bilanz offen legen und Rede und Antwort stehen müssen. Ebenso schon fast Tradition ist die alljährliche Verkündung eines Millionen-Defizits in der Krankenhaus-Kasse. Im vergangenen Jahr hat die Einrichtung nach Auskunft ihrer Personalleiterin, die den erkrankten Schuler vertrat, ein Minus von 1,9 Millionen Euro erwirtschaftet. „Das war ein stürmisches Jahr“, so Zarbock. Ihr Ausblick endete ebenfalls wenig optimistisch – auch heuer werde das Defizit wohl kaum geringer ausfallen – vorausgesetzt, es werden mehr Patienten betreut als im vergangenen Jahr. Grund für die schwierige wirtschaftliche Situation seien die besonders kostspielig zu Buche schlagenden Posten wie Energiekosten, Tariferhöhungen sowie teurerer medizinischer Sachbedarf. Allerdings habe das Klinikum bereits Änderungen in die Wege geleitet, um auf die Ausgabenbremse zu treten. Als Beispiele nannte Petra Zarbock die Bildung von Zentren, Traumanetzwerk, zentrales Belegungsmanagement und Mitarbeiter-Schulungen. Außerdem sei heuer ebenso für ein halbes Jahr eine Wiederbesetzungssperre verhängt worden wie bereits im vergangenen Jahr, so Zarbock. Von 2007 auf 2008 sank so die Zahl der Mitarbeiter am Klinikum von 931 (2007) auf nur noch 924 im vergangenen Jahr. Durch die Ausgliederung von Strahlentherapie und Labor werde darüber hinaus noch versucht, die Kosten weiter zu senken. Zarbock kündigte an, dass das Krankenhaus künftig noch stärker den Dialog mit den niedergelassenen Ärzten suchen wolle, um die Situation der Patienten noch zusätzlich zu verbessern. So sollen „Einweiser“ auf Defizite aufmerksam machen. In diesem Zusammenhang will die Klinik-Leitung auch das Ansehen der medizinischen Versorgung bei der Bevölkerung erhöhen. Darüber hinaus soll offenbar ein ambulanter Palliativdienst aufgebaut und in der Pflege Wund- und Stomaexperten eingeführt werden. Im Zuge der Diskussion interessierte Michael Hofer (UB/ödp) vor allem das innerbetriebliche Klima an der Robert-Weixler-Straße. Das solle dem Vernehmen nach nicht das beste sein. Dem hielt Zarbock entgegen, dass bei der hohen Zahl an Mitarbeitern sechs Abmahnungen im Jahr „normal“ seien.

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