Sanierung der König-Ludwig-Brücke passiert Bauausschuss

Weitere Zuschüsse möglich

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Vor der Sitzung machten sich die Ausschussmitglieder ein Bild vom Zustand der König-Ludwig-Brücke vor Ort.

Kempten – Dass sie „herausragende landes-, konstruktions- und verkehrsgeschichtliche Bedeutung“ hat, ist ein Glück für die König-Ludwig-Brücke. Der Bauausschuss hat die Sanierung der ältesten und eine der letzten noch erhaltenen Holzbrücken des Systems Howe in Europa nun einstimmig beschlossen und dem Haupt- und Finanzausschuss die Mittelbereitstellung empfohlen.

Wie berichtet, soll die Sanierung der seit 1852 zunächst als Eisenbahnbrücke, dann als Straßenbrücke und ab 1970 als wichtige nur noch Geh- und Radwegverbindung genutzte – wegen der Schäden geschlossenen – Brücke 3,3 Millionen Euro kosten. 2,2 Millionen Euro wurden im Zuge der Förderung „Nationale Projekte des Städtebaus“ in Aussicht gestellt. Die müssen laut Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann „zwingend in diesem Jahr abgerufen werden“. Auch würden derzeit noch Zuschussanträge bei der Bayerischen Landesstiftung und dem Bezirk Schwaben gestellt, was möglicherweise weiteres Geld in die Sanierungskasse spülen könnte.

Bezuschusst wurden auch die Voruntersuchungen, die mit Gesamtkosten von 280.000 Euro zu Buche schlagen. Rund 60.000 Euro hat das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege zugeschossen, 6000 Euro der Bezirk Schwaben.

Defekte Schwellen, stark geschädigte Verankerungen der Hänger insbesondere im Auflagebereich, Schirrbalken und – bewachsener – Untergurt in weiten Bereichen zersetzt, gebrochene Metallplatten als Lasteinleitungsbauteil der – verformten – Hänger, sind einige der Schäden, die bei der Bauwerksprüfung und Schadenskartierung herausgekommen sind. Innerhalb von 14 Jahren seien zudem Setzungen aufgetreten, und eine zunehmende Verformung des westlichen Felds der Brücke um etwa fünf Zentimeter. Da diese in einem Brückenalter zwischen 146 und 161 Jahren entstanden seien, einem Alter, in dem man davon ausgehe, dass keine nennenswerten Kriechverformungen mehr entstehen, sei davon auszugehen, dass das Fortschreiten allein der Schädigung zuzuschreiben ist, erklärte Wiedemann. Nach Prüfung mehrerer Varianten für die Vorgehensweise bei der Sanierung, habe sich die Instandsetzung vor Ort als die sowohl aus Sicht des Bauwerks als auch aus denkmalschutzrechtlicher Sicht die sinnvollste gezeigt.

An Maßnahmen sind vorgesehen der Austausch der geschädigten Bauteile, Einbau von Bauteilverstärkungen sowie zusätzlicher Aussteifungsbauteile, Lamellenverschalung als Witterungsschutz und Gussasphalt als Belag. Das bisherige Geländer soll weiterverwendet werden. Für die Instandsetzungsmaßnahmen ist laut Wiedemann ein Trag- und Arbeitsgerüst über die gesamte Brückenlänge erforderlich.

Christine Tröger

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