Kommt irgendwann die "Allgäu AG"?

Die Architekten des Klinikverbundes Kempten-Oberallgäu wollen die Zusammenarbeit weiter vertiefen und die Krankenhäuser in Kempten und im Landkreis fusionieren. Einem entsprechenden Konzept von Geschäftsführer Andreas Ruland stimmte der Stadtrat einstimmig zu. Gleichzeitig verdichten sich die Hinweise, dass hinter den Kulissen bereits über eine allgäuweite Kooperation nachgedacht wird.

So brachte der Ostallgäuer Landrat Johann Fleschhut Ende vergangener Woche eine „Allgäu AG” oder „Holding” ins Gespräch. „Von einer engeren Zusammenarbeit würden grundsätzlich die Medizin und die Wirtschaftlichkeit profitieren“, so Fleschhut. Wichtig sei für ihn im Hinblick auf ein gemeinsames „Dach“ für die Kliniken vor allem eine gewisse Vergleichbarkeit der Strukturen. Konkrete Gespräche könne er sich bereits für 2013 vorstellen. Zunächst aber müssten die massiven Probleme der Ostallgäuer Krankenhäuser gelöst werden. Andreas Ruland, Geschäftsführer des Klinikums Kempten-Oberallgäu, brachte am Donnerstagabend im Stadtrat ebenfalls eine engere Zusammenarbeit ins Spiel: „Wir sind hier im Allgäu sehr kleinteilig unterwegs“, antwortete er auf eine dahin gehende Frage von Siegfried Oberdörfer (SPD). Grundsätzlich mache eine verstärkte Kooperation Sinn. OB Dr. Ulrich Netzer (CSU), Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums Kempten-Oberallgäu, bestätigte am Montag auf Anfrage, dass es Überlegungen über eine engere Kooperation der Klinik-Verbünde gebe. „Eine stärkere Zusammenarbeit ist sinnvoll“, sagte er dem KREISBOTEN. „Wir sind alle der Auffassung, dass wir enger zusammen arbeiten müssen.“ Man dürfe nicht nur die Teilregionen, sondern müsse die Gesamtregion sehen. Das bedeute auch, das Unterallgäu und Memmingen ebenfalls mit ins Boot zu holen. Die von Fleschhut ins Gespräch gebrachte Holding sei da „ein Ansatz zum Nachdenken“. Allerdings sei es nun am Ostallgäuer Landrat, konkrete Vorschläge zu einer möglichen Umsetzung zu machen. „Die Frage ist immer, wie könnte das aussehen“, so OB Netzer. „Wir brauchen mehr als ein Schlagwort.“

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