Neues Kompetenzzentrum der Lebensmittel- und Verpackungstechnologie

Das Allgäu als Zentrum

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(v.li.) Staatssekretär Franz Josef Pschierer konnte den Fördermittelbescheid für den Aufbau des neuen Kompetenzzentrums an Hochschulpräsident Prof. Dr. Robert F. Schmidt und Prof. Dr. Horst-Christian Langowski, Institutsleiter Fraunhofer IVV, übergeben.

Kempten – Das Allgäu gilt als ein Zentrum der europäischen Lebensmittel- wie Verpackungstechnologie. In der Region werden Lebensmittel sowohl hergestellt als auch abgefüllt und verpackt. Auch die Hersteller von Verpackungsmaschinen haben im Allgäu seit langem eine Heimstatt gefunden. Sowohl durch klein- und mittelständische Betriebe aber auch durch global agierende Großunternehmen wird die gesamte Wertschöpfungskette von der Rohware über den Herstellungs-, Verpackungs- sowie Transportprozess bis hin zum Endverbraucher abgebildet. Nun fällt im Frühjahr 2016 der Startschuss für das neue Kompetenzzentrum für angewandte Forschung in der Lebensmittel- und Verpackungstechnologie in Kempten.

Die gemeinsame Einrichtung der Hochschule Kempten sowie des Fraunhofer-Instituts für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV soll Partner mittelständischer Unternehmen der Region und für deren Forschungs- und Entwicklungsvorhaben rund um die Themen der Lebensmittel- und Verpackungstechnologie sein. Der Freistaat Bayern stellt hierfür Fördermittel in siebenstelliger Größenordnung zur Verfügung.

Anlässlich der Übergabe der Fördermittel und zur Information über den aktuellen Stand des Aufbaus des Kompetenzzentrums, welches zur Zeit in der Heisinger Straße 23 in Ursulasried entsteht und das rund 900 Quadratmeter umfassen wird, wurde die Presse am vergangenen Freitag Nachmittag zu einem Gespräch in die Hochschule Kempten geladen. Als Gesprächspartner waren Prof. Dr. Robert F. Schmidt, Präsident der Hochschule Kempten, Thomas Kreuzer, MdL und Vorsitzender der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag, Franz Josef Pschierer, MdL und Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, Prof. Dr. Horst-Christian Langowski, Institutsleiter Fraunhofer IVV, Lothar Zapf, Industriesprecher des Kompetenzzentrums und Geschäftsführer des ZLV, Zentrum für Lebensmittel- und Verpackungstechnologie, Markus Brehm, Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Kempten und Oberallgäu, Prof. Dr.-Ing. Regina Schreiber von der Hochschule Kempten sowie Joachim Wunderlich, Projektverantwortlicher des Fraunhofer IVV, erschienen.

„Das neue Kompetenzzentrum für Lebensmittel- und Verpackungstechnologie ist ein gelungenes Paradebeispiel für das erfolgreiche Zusammenwirken von Unternehmen aus der Region, der Politik, der Hochschule Kempten, den Verbänden und des Fraunhofer-Instituts“, so brachte es Brehm zusammenfassend für alle Gesprächsteilnehmer auf den Punkt. Pschierer fasste die Vorteile des neuen Kompetenzzentrums mit den Worten zusammen: „Das neue Kompetenzzentrum wird den Forschungsbedarf der Lebensmittel- und Verpackungsindustrie der Region aufgreifen. Technologischer Schwerpunkt wird hierbei das Themenfeld ‚Haltbarmachung, Abfüllen und Verpacken von Lebensmitteln‘ sein.“ Ziel des Vorhabens sei es ferner die Innovationskraft Bayerns nachhaltig zu stärken und die Spitzenposition um die Innovationsführerschaft Bayerns in Deutschland und Europa nachhaltig zu sichern. Dass dies nicht nur in Clustern rund um die Landeshaupstadt oder anderen Metropolen des Freistaates geschieht, „dafür sei das Allgäu ein gutes Beispiel einer erfolgreichen Technologieregion im ländlichen Raum“, so unisono die Meinung der Gesprächsrunde. Damit das wissenschaftliche Knowhow in der Lebensmittel- wie Verpackungstechnolgie in der Region Allgäu langfristig verbleibt, werden die Studierenden des Studiengangs „Lebensmittel- und Verpackungstechnologie“ (Bachelor of Engineering) der Hochschule Kempten in die aktuellen Projekte des Kompetenzzentrums einbezogen. Somit wird eine intensive und praxisnahe Ausbildung mit verbesserten Lehrbedingungen für die Studierenden gewährleistet. Sowohl Pschierer als auch Kreuzer bestätigten auf Nachfrage, dass auch nach 2020 die bayerische Staatsregierung das neu entstandene Kompetenzzentrum finanziell unterstützen werde. Zugleich hofft man, dass rund 70 Prozent der Kosten zukünftig durch Aufträge der beteiligten Unternehmen erwirtschaftet werden könnten. Finanziell unabhängig von jederlei monetärer Zuwendung seinen solche Projekt in der Regel nie, so die Vertreter der Politik.

Auf die Nachfrage nach einem konkreten Fallbeispiel, bei dem das Kompetenzzentrum für Lebensmittel-und Verpackungstechnologie ansässigen Unternehmen mit Rat und Tat zur Seite stehen könnte, antwortete Schreiber mit dem Verweis auf den aufkommenden Onlinehandel mit Lebensmitteln. Hier würden ganz neue Lösungen für Lebensmittelverpackungen nötig sein, um die Anforderungen des Kunden zu bedienen.

Jörg Spielberg

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