Kornhaus soll ab 2019 als Museum ausgedient haben

Einen Schritt weiter

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Die Tage des Allgäu-Museums im Kornhaus sollen laut Beschluss des Kulturausschusses bis zum Jahr 2019 gezählt sein.

Kempten – Museumsentwicklung, das Kemptener Dauerthema, stand einmal mehr auf der Tagesordnung des Kulturausschusses. Nach der bereits in der Umsetzung befindlichen Entscheidung für das Stadtmuseum im Zumsteinhaus gab es nun die zweite wegweisende Weichenstellung durch den zuvor heiß diskutierten, dann aber einstimmigen Beschluss, das Kornhaus künftig nicht mehr als Museumsgebäude zu nutzen. Statt dessen soll ein entsprechendes Museum im, wie deutlich wurde, wesentlich besser geeigneten Marstall etabliert werden, der dann auch ganzjährig geöffnet sein soll. Dieser soll zudem im für die Sonderausstellungen genutzten Erdgeschoss mit geeigneter Beleuchtung und Stellwänden ausgestattet werden.

Wie mehrfach berichtet soll der museale Fokus künftig auf den drei Themen Römerstadt, Doppelstadt und Allgäu liegen, die bisher vier städtischen Museen – Archäologischer Park Cambodunum (APC), Zumsteinhaus, Marstall und Kornhaus – auf drei eingedampft werden.

Dass die Entscheidung nach jahrelangem Ringen nun gegen das Kornhaus als Museumsstandort gefallen ist, hatte mehrere Gründe. Da ist einmal neben dem maroden Dach vor allem das Damoklesschwert Brandschutz, der im Kornhaus aufgerüstet werden muss. Der Betrieb in der jetzigen Form ist noch bis Ende 2018 erlaubt. Im Dezember 2018 soll das künftige Stadtmuseum im Zumsteinhaus Eröffnung feiern, in das ein großer Teil der Exponate aus dem Allgäu Museum wandern soll. Eine Rolle bei der Entscheidung spielte auch, dass bei musealer Weiternutzung die Maßnahmen für den Bandschutz deutlich höher – und damit teurer – ausfallen müssten als ohne und auch die im Kornhaus kleinen, engen Präsentationsräume fanden keine Befürworter im Gremium. Dagegen sei „der Marstall ein funktionierendes Museum“, das nicht nur beim Testlauf für Sonderausstellungen mit „Beim Zeus!“ in allen Punkten gehalten habe, „was wir uns von ihm versprochen haben“, pries Fink vom stabilen Klima über Barrierefreiheit bis zu den unterschiedlichen Raumgrößen dessen Vorzüge. Was die Zeus-Ausstellung ebenfalls gezeigt habe: dass die Kombination Sonderausstellung und Alpin-Museum funktioniere. Im Marstall sah er viele Möglichkeiten das Allgäu zu repräsentieren, sei es durch Exponate bezogene Ausstellungen oder auch eine „begehbare Allgäulandschaft“. Seitens Verwaltung also der Vorschlag das Kornhaus 2019 zu schließen und „irgendwann wird uns dann auch das neue Depot zur Verfügung stehen“, zeigte sich Fink optimistisch rechtzeitig einen Lagerort für die zu räumenden Exponate zu haben.

Auf vielfache Ablehnung stieß die vom städtischen „Messe und Veranstaltungsbetrieb“ präferierte, künftige Nutzung für das Kornhaus, wo der Eigenbetrieb im Dachgeschoss zusammen mit der Gebäudeverwaltung auch einziehen will. Demnach soll der Keller weiterhin als Lagerraum, ein Raum für Sonderausstellungen im Erdgeschoss genutzt werden, die restlichen Räume als flexibel nutzbare Räume für Seminare als Ergänzung zum großen Saal, wofür es schon häufig Anfragen gegeben habe. Zum Beispiel war es für Kulturbeauftragte Silvia Rupp „nicht o.k.“, wenn das „schöne Kunstgewölbe weiterhin als Lager missbraucht wird“ und Alexander Hold sah insgesamt noch „viele Dinge, die man erst noch durchdenken muss“.

Trotz der grundsätzlichen Entscheidung zum Kornhaus, sah auch OB Thomas Kiechle Vorsicht geboten, „dass wir uns noch nicht zu sehr für die Zukunft binden“. Er machte „zukunftsperspektivisch“ einen „besonderen Charme“ beim Marstall aus. Denn der sei räumlich „erweiterbar“, auch wenn die angrenzenden Räume derzeit auf der einen Seite von der MTA-Schule und auf der anderen vom Jugendhaus genutzt würden. Eine Verlegung der MTA-Schule wollte sich auch Lothar Köster (SPD) gerne vorstellen. Zunächst müsse aber festgelegt werden, in welcher Reihenfolge die nächsten Dinge angegangen werden sollen, mahnte unter anderem seine Fraktionskollegin Katharina Schrader.

Christine Tröger

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