50 Jahre Schaufensterkunst in Isny

Verwurzelt in der Kunstszene

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Zahlreiche Gäste sind zur Eröffnung der Jubiläumsausstellung der Künstlergruppe „arkade“ gekommen.

Isny – Unter dem Titel „gerissen, geschnitten, gefaltet“ stellt die Künstlergruppe „arkade“ anlässlich ihres 50-jährigen Jubiläums derzeit in der Städtischen Galerie im Turm (Espantor) aus. Am kommenden Sonntag, 1. Juni, führen um 11 Uhr Künstler der „arkade“ durch die Ausstellung.

Es ist 50 Jahre her, als die Isnyer Stadtverwaltung den damals in Isny tätigen Künstlern und Kunsthandwerkern die Schaufenster unter den Arkaden des Amtshauses in der Bergtor Straße für Ausstellungen einheimischer Künstler und Kunsthandwerker zur Verfügung stellte.

Zwei Schaufenster waren es, in denen seit diesem Zeitpunkt wechselnde Ausstellungen ausgerichtet waren und den Isnyern eine Übersicht dessen vermittelten, was gerade in den Ateliers und Werkstätten entstanden war. Fridel Dethleffs-Edelmann, Ursula Dethleffs, Hermann Tiebert, Dr. Albrecht Braun, Ami Koestel, Beate Dalicho, Gertrud Pazaurek, Gustl Halter, Josef Epp, Fritz Blaicher und viele andere nahmen das Angebot der Stadt gerne an und präsentierten dort ihre Werke. Im Jahre 1972 hatten sich die Künstler und Kunsthandwerker dann entschlossen, unter dem Namen „Arkade“ diese Tradition fortzusetzen.

Mit diesem Wechsel kamen neue Namen hinzu. Den Namen „Arkade“ hatten sich Ursula und Manfred Schubert ausgedacht. Das Erstplakat zur gemeinsamen Herbstausstellung 1972 hatte Kurt Kimmich entwickelt, der zu dieser Zeit noch Lithograph bei der Firma Walker war und seinen noch heute eindrucksvollen Malstil entwickelte. Auch Hariolf Raible, Buchbinder und Maler, hatte sich dazu gesellt und bald waren es dann auch Horst G. Loewel und Friedrich Hechelmann, die sich an den Herbstausstellungen im Paul-Fagius- Haus beteiligten. Bis zu 25 Mitglieder hatte die Interessengemeinschaft zu diesem Zeitpunkt. Kristin Fischer zeigte ihre Teppiche, Christa Kochius ihre eigenwilligen Malereien und Bernhard Schnetzer vor allem gegenstandslose und großformatige Bilder.

Die „alte Garde“ ist inzwischen stark ausgedünnt und hat schon längst die „arkade“ in andere Hände übergeben. Dem Zeitgeist entsprechend hat sich auch das Schaffen weiter entwickelt. Die „neue Sachlichkeit“ der 1930er Jahre (Fridel Dethleffs-Edelmann und Hermann Tiebert) hatte die erste Künstlergruppe in Isny geprägt und auch hier waren schöpferische Experimente bald an der Tagesordnung.

Ein Werkstoff

Das sind die Wurzeln aus denen die heutigen Kunstschaffenden hervorgingen, auch wenn sie ihre Ausbildung häufig an anderen Orten gemacht hatten; und wenn jetzt eine Jubiläumsausstellung in den Räumen im Espantor stattfindet, sehen die ausgestellten Arbeiten schon etwas anders aus. Ein Novum ist es, dass die ganzen beteiligten Künstler sich mit einem einzigen Werkstoff befassten: Papier. – „Gerissen ge- schnitten gefaltet“ ist der Titel der Ausstellung. Auf vier Etagen kann man die Exponate betrachten und sich selbst ein Bild davon machen wie verschieden Kunst ausgelegt werden kann.

Die Ausstellungseröffnung stand jetzt unter einem günstigen Stern. Bei strahlender Sonne war die Eröffnung zu Füßen des Espantors in die Fußgängerzone verlegt worden. Nach den Festreden von Bürgermeister Rainer Magenreuter, Maximilian Eiden, dem Leiter des Kultur- und Archivamts in Ravensburg, und Michael Ott, der selbst zur Ausstellung beitrug und nun in Freiburg das Kulturwerk und den dortigen Berufsverband Bildender Künstler leitet, konnte man zu den Klängen von Michael Huber auf seiner Posaune vom Jazz durchwirkte Klangimprovisationen genießen.

Aussteller in der Jubiläumsveranstaltung sind Elke Matthiesen, Michael Ott, Wolfgang Scherer, Konrad Böhm, Johannes Müller, Anette Smolka-Woldan, Yvonne Dienstbeck, Hedy Hahn, Anita Kreck, Daphne Kerber und Thomas Weidner. Wer Näheres über die Arbeit der Künstler erfahren möchte, hat am kommenden Sonntag um 11 Uhr die Möglichkeit zu einem persönlichen Gespräch.

Die Ausstellung ist zu folgenden Öffnungszeiten zugänglich: Mittwoch bis Samstag von 15 bis 18 Uhr und Sonntag von 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt in Höhe von zwei Euro kommt den Künstlern zugute.

Manfred Schubert

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