64. Kunstausstellung im Hofgartensaal bietet viel Abwechslung

Unterschiedlichste Werke

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„5 Ringe“ (rechts im Bild) hat Winfried Becker seine mit dem Kunstpreis der Stadt Kempten 2013 ausgezeichnete Betonguss-Arbeit zur Allgäuer Festwoche getauft; links im Bild eilt ein lebensgroßes Gerngros-Model der zweiteiligen Fotoarbeit von Pit Kinzer zum wartenden Zug.

Kempten – Konkurrenz belebt, heißt es. In der 64. Festwochen-Kunstausstellung je- denfalls hat die Weisheit durchaus ihre Berechtigung.

Am vergangenen Freitagabend wurde die Ausstellung bei strömendem Regen eröffnet und die drei Preise mit abgespecktem Rahmenprogramm übergeben – ein Tribut an die geöffneten Himmelsschleusen. 

Schon im Eingangsbereich des Hofgartensaales konkurrieren die sehr unterschiedlichen Werke der diesjährigen drei Preisträger. Wie friedliche Kontrahenten heischen die beiden mit dem Thomas-Dachser-Gedenkpreis ausgezeichneten Werke „Moor-Symbol“ aus getrocknetem Moor von Max Schmelcher und die Betongussarbeit „5 Ringe“, für die der Kemptener Bildhauer Winfried Becker den Kunstpreis der Stadt Kempten 2013 erhielt, um Aufmerksamkeit. Unterschiedlicher können Werke kaum sein – in Material, in ihrer Wirkung, in ihrer Machart. Warm wirkendes, große Vergangenheit in sich tragendes Naturmaterial steht im Kontrast zum durch Nüchternheit gekennzeichneten, oftmals kalt empfundenen Material der „Neuzeit“. Daneben reiht sich Lukas Kindermanns nachdenklich stimmendes Video „steh sitz platz“ ein, ausgezeichnet mit dem Förderpreis der Rudolf-Zorn-Stiftung. 

Bunte Kühe 

Viel Abwechslung bietet auch die weitere Ausstellung mit ihren insgesamt 76 Gemälden, Plastiken/Skulpturen, Grafiken, Fotoarbeiten, Bildobjekten, Filmen und Installationen. Sie spannt den Bogen von der kritischen Auseinandersetzung mit gesellschaftsrelevanten Themen über Witziges bis zu Werken mit eher schon dekorativem Charakter. 

Auch das Thema Kuh darf bei einer Kunstausstellung im Rahmen der Allgäuer Festwoche natürlich nicht fehlen, vertreten unter anderem auf den farbenfrohen Ölbildern „bunte Kühe in sattem Grün“ und „springende, bunte Kühe am Abend“ von Angelika Böhm-Silberhorn. Hier dürfen die Kühe sogar Hörner tragen und die Bleistift-Buntstiftzeichnung „Neue Hörner für die Kühe“ von Werner Kimmerle rückt den natürlichen Kopfschmuck sogar in den Mittelpunkt. Ein Hingucker beim Betreten des Raumes: die zweiteilige Fotoarbeit „Gerngros Models History: Take the last train...“ von Pit Kinzer, der seinen bekannten Gerngros-Models hier eine neue Dimension verliehen hat. 

Ja und dann steht da noch ein sozusagen „Neuzugang“ im Innenhof der Residenz, der im 108 Seiten starken Ausstellungskatalog nicht zu finden ist. Ein Holz-Metall-Objekt, von Hand beschriftet mit „unbekannter Künstler“ und dem inzwischen dem Regen zum Opfer gefallenen Titel „Kruzifix“. Das habe, so Kulturamtsleiter Dr. Gerhard Weber auf Nachfrage des Kreisboten, ein Unbekannter hereingeschmuggelt und zumindest „momentan überwiegt die künstlerische Freiheit gegenüber der Entsorgung“, nahm er es mit Humor. Die Ausstellung kann täglich von 10 bis 18 Uhr im Hofgartensaal der Kemptener Residenz besucht werden. Der Eintritt ist kostenlos.

Christine Tröger

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