Anwohner Auf der Halde ärgern sich über Jugendliche

"Mit aller Gewalt zerdeppert"

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Eine der demolierten Bänke bei der „alten Linde” auf der Halde. Anwohner stört auch der Lärm und der hinterlassene Müll einer Gruppe Jugendlicher.

Kempten – Bruno Steinmetz ist womöglich der einzige Mensch in Kempten, der sich derzeit über das schlechte Wetter freut.

Bedeuten Regen und Kälte doch, dass abends unter der „alten Linde” auf der Halde Ruhe herrscht. Seit Sommeranfang dient das Fleckchen oberhalb der Fachakademie für Sozialpädagogik offensichtlich einer Gruppe Jugendlicher als Treffpunkt. Über die Begleiterscheinungen muss sich der Stadtrat regelmäßig ärgern. Im Bauausschuss erntete er dafür jetzt aber nur Schulterzucken von der Verwaltung. 

Folgt man dem schmalen Pfad an der Fachakademie für Sozialpädagogik vorbei hoch zur „alten Linde” sieht man schnell, was Steinmetz aufregt: An einer Bank fehlen Teile der Rückenlehne, bei einer anderen weiter oben liegen die abgerissenen Latten der Lehne noch im hohen Gras. Deutlich sind die Bruchstellen im Holz zu sehen. „Das haben die mit aller Gewalt zerdeppert”, vermutet Steinmetz. Neben den kaputten Bänken hat er auch schon eine Feuerstelle, einen verkohlten Baumstamm und zerfledderte Gebüsche gefunden – und jede Menge leere Bierflaschen und anderen Müll. Dazu komme der Lärm in warmen Sommernächten. „Am schlimmsten war es am letzten Sonntag in der Früh”, erinnert sich der ehemalige Tiefbauamtsleiter. Kurzerhand zog er mit Schaufeln und Besen am nächsten Morgen los, um selbst aufzuräumen. „Da müssen sie nachts wahnsinnig getobt haben”, so Steinmetz. 

Mehr können die Anwohner derzeit anscheinend jedoch nicht unternehmen. Ein Nachbar, so der Stadtrat, habe zwar bereits die Polizei gerufen. Da es sich bei der „alten Linde” aber um keine öffentliche Grünfläche handle, greife hier die Grünanlagensatzung nicht. Diese untersagt das Trinken von Alkohol in städtischen Parks und ähnlichem. Im Bauausschuss erntete Steinmetz unlängst daher nur Schulterzucken. Man müsse das intern besprechen, ließ in OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) vorvergangene Woche wissen, als Steinmetz seine Sorgen vortrug. 

Große Hoffnungen kann aber auch Kemptens Ordnungsamtsleiterin Nadine Briechle dem Stadtrat nicht machen. Grundsätzlich gelte zunächst einmal: Erst wenn eine konkrete Anzeige der Polizei vorliege, könne die Stadt einschreiten, erklärte sie auf Nachfrage des Kreisboten. Gut möglich aber, dass sich das Problem mit dem bevorstehenden Herbst ganz von alleine erledigt.

Matthias Matz

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