Den Landwirten Mut machen

Der Landkreis Lindau ist in weiten Teilen bäuerlich geprägt. Am bayerischen Seeufer bilden Obst- und Weinbau einen Schwerpunkt. Im mittleren und oberen Kreisgebiet dominiert Weide- und Milchwirtschaft. Die jüngsten Brüsseler Beschlüsse zum Wegfall der Milchkontingentierung sorgen für fallende Milchpreise. Die weltweite Marktöffnungen wirkt sich zum Nachteil der heimischen Obstbauern aus und verunsichert die Verbraucher. Den Landwirten im Landkreis Lindau bläst ein kalter Wind ins Gesicht. Landrat Elmar Stegmann ist durch die aktuellen Entwicklungen besorgt. Er hat den Dienstsitz des Landwirtschaftsamtes besucht, um sich ein Bild aus Sicht der Verwaltung zu machen. Dabei kam auch die geplante Restrukturierung zur Sprache, die deutliche Einschnitte bei der Lindauer Behörde mit sich bringen könnte.

Das Landwirtschaftsamt in Lindau ist eine Dienststelle des Amtes für Landwirtschaft und Forsten in Kempten. Zunächst gab Dr. Joachim Steinhoff einen Überblick über die Organisation der Dienststelle, danach stellten die Mitarbeiter dem Landrat ihre Tätigkeitsbereiche vor. In vier Abteilungen werden umfangreiche Dienst- und Beratungsleistungen für die Landwirtschaft erbracht. Es ist ein sehr großes Aufgabengebiet, das in Lindau bearbeitet wird. Die Mitarbeiter sind für die Förderung landwirtschaftlicher Betriebe, die Realisierung von Agrarumweltmaßnahmen zum Schutz von Landschaft und Biodiversität, die Beratung integrierter Obstbauverfahren mit drei Wetterstationen, die Abwehr der gefährlichen Feuerbrandinfektionen zuständig. Auch die Fischereiaufsicht, die Führung des Weinkatasters zur Qualitätssicherung im Weinbau und für Mithilfen bei der Landesplanung zum Erhält der produktiven landwirtschaftlichen Flächen und des Landschaftsbildes gehören zu ihrem Aufgabengebiet. Im einzelnen schilderte Karin Wudler, die zuständige Fachberaterin für Obstbau, wie sie in der gezielten Schorfbekämpfung vorgeht. So werden regelmäßige Flurbegehungen über das Amt vorgenommen und das Faxwarnmeldungssystem im gewerblichen Obstbau wird permanent aktualisiert. Ganz besondere Aufmerksamkeit widmete der Landrat dem Bericht von Michael Auerbacher, dem Personalrat der Dienststelle, der auf die geplante Reorganisation des Lindauer Landwirtschaftsamtes einging. Danach sollen künftig nur die Beratung für den Obstbau und die Aufsicht zum Bestandsschutz in der Befischung des Sees, kurz die Fischereiaufsicht, in Lindau verbleiben. Für alle anderen Bereiche soll eine tageweise besetzte Anlaufstelle eingerichtet werden. „Damit droht ein deutlicher Verlust an regionaler Fachpräsenz und die Verlagerung landwirtschaftlicher Fachkompetenz“, zeigte sich Landrat Stegmann besorgt. „Gerade in der aktuell besonders schwierigen Lage der Landwirtschaft, darf die lokale Unterstützung der Landwirte in keiner Weise gefährdet werden“, kommentierte Stegmann die geplante Restrukturierung. Angebot nicht aufgeben Nach seiner Meinung sei vielmehr die uneingeschränkte Aufrechterhaltung des bisherigen Leistungsangebotes unabdingbar erforderlich, um eine kompetente Beratung vor Ort sicherzustellen. „Als Landrat will ich die Landwirtschaft im Landkreis Lindau nach besten Kräften unterstützen. Ich werde mich für einen Erhält des Landwirtschaftsamtes einsetzen.“ Mit diesen kämpferischen Abschiedsworten machte der Landrat den Mitarbeitern und sicher auch den Landwirten im Landkreis Lindau Mut.

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