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Mit dem Wohnheim-Bauausschuss bespricht Wohnheimbereichsleiter Jürgen Schulz (rechts) das weitere Vorgehen zum Neubau Rottachstraße 48 ½. Unser Foto zeigt Wohnheimleiterin Barbara Mitschke (v.l.), Erwin Rothweiler, Rosemarie Herz, Wohnheim-Mitarbeiter Manfred Burger, Michael Engelmaier und Jürgen Schulz.

Kempten – „Wie ist das mit dem warmen Wasser? Gibt es einen Aufzug? Wie groß werden unsere Zimmer?“ – Der interne Wohnheim-Bauausschuss „WG Mühlweg“ der Lebenshilfe Kempten überschüttete Wohnheimbereichsleiter Jürgen Schulz beim ersten Treffen nach dem Spatenstich zum Neubau Rottachstraße 48 ½ mit vielen Fragen.

Stellvertretend für die zwölf Bewohnern der Wohngemeinschaft informierte Schulz neben WG-Leiterin Barbara Mitschke und Mitarbeiter Manfred Burger die Bewohner Rosemarie Herz, Michael Engelmaier und Erwin Rothweiler über den derzeitigen Stand ihres künftigen Zuhauses. Bis zum Umzug werden aber wohl noch zwei Frühjahre, zwei Sommer, ein Herbst und ein Winter ins Land gehen: Die Fertigstellung ist für Sommer/Herbst 2015 geplant. Solange bleibt die Wohngemeinschaft noch in dem gemieteten Objekt am Mühlweg wohnen.

Bereits seit 1977 lebt hier eine Wohngruppe der Lebenshilfe. Dass in dem alten Wohn-Gebäude moderne Bequem- lichkeiten fehlen, ist nachvollziehbar. Und so kann es Rosemarie gar nicht wirklich glauben: „Keinen Heißwasserboiler mehr?“ wiederholt sie, bekommt ganz große Augen und klatscht spontan in die Hände. Auch der Aufzug, der alle drei Etagen des Wohnheimkomplexes im ersten Bauabschnitt verbinden soll, findet großes Lob. „Dann können der Andy im Rollstuhl oder auch ich mit meinem Rollator prima von einem Stockwerk zum nächsten kommen“, freut sich Rosemarie noch einmal.

Neu ist zudem, dass jeder der Bewohner ein eigenes Zimmer bekommt. Am Mühlweg ist das aufgrund der engen Raumverhältnisse nicht möglich. Erwin und Michael freuen sich bereits auf das eigene kleine Bad, denn auch darauf müssen sie derzeit noch verzichten.

Lange Warteliste

Jürgen Schulz erwartet vom internen Wohnheim-Bauausschuss, dass dieser die übrigen Bewohner informiert. Beispielsweise darüber, dass es künftig pro Etage eine Wohngemeinschaft mit je acht Bewohnern gibt. „Das heißt, neben Eurer Wohngemeinschaft Mühlweg können weitere 12 Bewohner, die schon lange auf einen Wohnheimplatz warten, hinzukommen. Unsere Warteliste ist immer noch voll mit 80 Familien. Insgesamt sind in dem neuen Haus 24 Wohnplätze und zwei Kurzzeitpflege-Plätze geplant.“ Das bedeute auch, dass sich die jetzige Zusammensetzung der WG verändern werde. „Derzeit liegt die Baustelle brach, aber wir müssen bei den Handwerkern Angebote einholen für Maurerarbeiten, Dachdeckarbeiten, Fenster und vieles mehr.

„Natürlich werden wir Euch stellvertretend befragen, was Euch im neuen Wohnhaus wichtig ist“, signalisiert Schulz dem internen Wohnheim-Bauausschuss. Ein Raum zum Feiern ist schon eingeplant – und „einen Grillplatz“, regte Erwin an. Beim Mobiliar sollen die drei Vertreter ebenso ihre Meinung kundtun. „Es kann aber auch mal sein, dass ein Wunsch nicht zu erfüllen ist, weil er zu teuer ist oder mit den Bauvorschriften nicht übereinstimmt“, räumte Schulz ein.

„Gibt es auch Rollläden?“ hakte Rosemarie nach und war froh um die Antwort: „Natürlich, wir haben Außenrollos eingeplant“. Denn am Mühlweg kommt es immer wieder vor, dass Betrunkene des Nachts im Vorübergehen an die Fenster im Erdgeschoss klopfen. „Das gefällt uns gar nicht“, ergänzt Erwin.

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