Jugendmigrationsdienst steht mit Rat und Tat bereit

Jugendmigrationsdienst eingeweiht

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Bei der Einweihung der Beratungsräume des Jugendmigrationsdienstes: (v.l.) Landrat Anton Klotz, Gertie Müller-Hoorens, Bundesminister Dr. Gerd Müller, Markus Mayer (Vorstandvorsitzender der KJF) und Klaus Klarer (Leiter des Erziehungs- und Jugendhilfeverbunds Kempten-Oberallägu der KJF).

„Ich wünsche allen jungen Menschen ein gutes Leben in Deutschland“ – 

Dieser Schlüsselsatz steht in fünferlei Sprachen sowie in arabischer und kyrillischer Schrift unter den „Steckbriefen“ der sehr jungen Leute, die vom Jugendmigrationsdienst der Katholischen Jugendfürsorge (KJF) in Kempten betreut werden. 

Der Puls der Trommelklänge dringt bis in die Salzstraße vor, wenn fünf Schwarzafrikaner zur Einweihung vor der Tür der frisch renovierten Räume in der Poststraße aufspielen. Wie Klaus Klarer von der KJF bei der Begrüßung der zahlreichen Gäste erklärt, ist diese Stelle zuständig für Migrantinnen und Migranten zwischen zwölf und 27 Jahren, die mit einem bereits ge- klärten Aufenthaltsstatus im Allgäu leben. Sie können sich in allen Lebenslagen an die dort tätigen Sozialpädagoginnen wenden. Die Segnung der Räume oblag dem Domkapitular Armin Zürn, der den Gottesdienst mit Bibellesung, Gebet, Fürbitten und Weihwasserverteilung würdig arrangierte. Er bezeichnete es als Auftrag der Christenheit, die Welt zu gestalten und ein Segen zu sein für die Menschheitsfamilie. 

In Kempten beteiligen sich bereits viele Institutionen, um den jungen Leuten die deutsche Sprache nahezubringen und ihnen zu helfen, in Deutschland Fuß zu fassen, erklärte Zweite Bürgermeisterin Sibylle Knott in ihrem Gruß-wort und sagte: „Unsere Hilfe ist alternativlos, wenn wir unseren Werten treu bleiben wollen.“ 

Landrat Anton Klotz spürt angesichts der großen Aufgabe, die der Zustrom an Flüchtlingen bedeutet, ein Zusammenrücken der Gesellschaft, von Stadt und Land, von Verwaltungen und Freiwilligen. Sein Dank galt allen Einheimischen für ihren massiven Einsatz für die Geflüchteten. Er fragte aber auch besorgt, ob die Inobhutnahme der minderjährigen unbegleiteten traumatisierten Flüchtlinge auch künftig in der bisherigen Intensität zu leisten sein wird. 

An Europa als Solidargemeinschaft und Union der Werte appellierte Markus Mayer, der Vorstandsvorsitzende der KJF, in seiner kurzen Ansprache. Auch wenn wir Europa nicht beeinflussen, so sein Grundgedanke, „wir kümmern uns um die Menschen vor Ort.“ 

Schließlich traf auch MdB Dr. Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, ein und wandte sich mit eindringlichen Worte an das Publikum: „Wir treten in eine neue Dekade der Herausforderungen ein, es ist nichts mehr wie es war und eine neue Gesellschaft entsteht.“ Jeder und jede müsse sich fragen „Wo kann ich mich einbringen und an der gewaltigen Integrationsaufgabe mitwirken?“ Dabei soll die deutsche Bevölkerung und sollen ärmere Menschen bei uns jedoch nicht befürchten müssen, dass sie vergessen werden! Aufgabe der Weltreligionen sei es, den interreligiösen Dialog zu führen und zum Aggressionsabbau beizutragen, so Müller. In Jordanien, wo das Verhältnis von Einheimischen zu Flüchtlingen 1:1 beträgt, habe er erlebt, dass diese „in Armut verbunden sind und bereit zu teilen.“ Im Kontrast zu den afrikanischen Trommeln erklangen im Raum die zarten Gitarrentöne von Lisa Rubin, die auch ihre selbstkomponierten Lieder vortrug. 

Soviel ist sicher: Beim Jugendmigrationsdienst finden die ratsuchenden jungen Menschen offene Herzen, offene Ohren und helfende Hände.  Elisabeth Brock

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