Lehrreiche Reise ins Mittelalter

OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) hat am Donnerstag das historische Handwerkerhaus auf der Burghalde feierlich eröffnet. Ab sofort können dort Kinder und Jugendliche die vielfältigen Handwerkstätigkeiten, die im Mittelalter auf der so genannten Vorburg angesiedelt waren, hautnah kennen lernen. Für alle handwerklich Interessierten ab zehn Jahre werden Kurse für Gruppen und Einzelpersonen angeboten. Bronzegießen, Filzen, Holzschnitt, Schmieden, mittelalterliches Drechseln und Lederbearbeitung sind nur ein Teil des Angebotes.

Die Burghalde sei für dieses Unterfangen geradezu prädestiniert, wurde sie doch im frühen Mittelalter als Sitz der stiftsstädtischen Vögte genutzt. „Also in der Zeit, in die uns das Handwerkerhaus entführen möchte“, so OB Netzer. Gleich gegenüber findet sich das Allgäuer Burgenmuseum, das lehrreich und vielfältig einen Einblick in das Leben der mittelalterlichen Burgen im Allgäu gewährt. Nach etwa einjähriger Bauzeit und Investitionen in Höhe von rund 100000 Euro sei aus einem renovierungsbedürftigen Garderobenhaus ein schmuckes und modernen Ansprüchen genügendes Gebäude geworden, in dem Kinder und Jugendliche in die Welt des Handwerks aus längst vergangenen Tagen hinein schnuppern könnten, so Netzer weiter. Sein besonderer Dank galt in diesem Zusammenhang Rudolf Müller-Tolk und seinen zahlreichen fleißigen Helfern vom Allgäuer Burgenverein. Ihnen sei es gelungen, den Umbau in einem vertretbaren finanziellen Rahmen zu halten. Auch das Entgegenkommen der vielen Betriebe beim Bau habe geholfen. „Da hat einer eine Idee gehabt oder der Andere schickte seinen Lehrling“, frohlockte das Stadtoberhaupt. Ein Dritter habe gar umsonst gearbeitet. Alles in allem hätten all diese Dinge das Projekt „vergünstigt“. Das Haus für historisches Handwerk soll die Brücke schlagen von der Ausstellung mittelalterlicher Exponate in den Kemptener Museen zu Herstellung und Gebrauch dieser Gegenstände. Netzer zeigte sich überzeugt davon, dass es den unermüdlichen Machern dieses im süddeutschen Raum weitgehend einmaligen Projekts gelingen wird, vor allem Kinder und Jugendliche für die hochinteressante Zeit des Mittelalters zu begeistern. Müller-Tolk bedankte sich beim Stadtrat, der dieses Projekt trotz der derzeitigen leeren Kassen ermöglicht habe. Sein Dank galt außerdem der Sparkasse, die in den letzten Jahren bei ihrer Ausschüttung geholfen habe, das ein oder andere zu verwirklichen. Das komplette Kursangebot sowie Informationen und die Möglichkeit sich anzumelden, findet sich auf der Homepage www.haus-fuer-historisches-handwerk.de.

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