Lob, aber auch einige Kritik

In Zusammenarbeit mit Diakonie, dem Stadtjugendring und den Wirten am Rathaus stemmen die Kemptener Altstadtfreunde, auch zur Belebung des St.-Mang-Platzes, jedes Jahr ehrenamtlich das beliebte Altstadtfest mit Kindertag. Foto: Archiv

Viel zu meckern hat Dietmar Markmiller, Vorsitzender der Kemptener Altstadtfreunde, im letzten Altstadtbrief des Jahres 2011 nicht. Harsche Kritik richtet sich allerdings an Stadtverwaltung und Sozialbau, die seines Erachtens „maßgeblich“ für den Abriss des wertvollen Gewölbes im Bereich des Neubaus auf dem ehemaligen Sixt-Gelände verantwortlich seien. Für künftige Sanierungs-, Umbau- oder Abrissarbeiten an solch sensiblen Bereichen der Altstadt mahnt Markmiller die Vorab-Klärung historischer Hinweise durch Besichtigung vor Ort an und nicht, „wie hier geschehen, am Schreibtisch“.

Andernfalls fänden die Altstadtfreunde „deutlichere Worte“, hob er für diesmal nur mahnend den Finger. Dennoch zeigt er sich auch erfreut darüber, „dass dieses Areal auf Vordermann gebracht wird“. Seine Hoffnung: Dass sich nun auch die auswärtigen Besitzer der ehemaligen, optisch „nicht mehr tragbaren“ Wäscherei Singer, „einen Ruck geben“. Unzufrieden zeigt sich der Vorsitzende mit dem noch immer „Stiefkind Burghalde“. Das 2010 begonnene Konzept wollen die Altstadtfreunde 2012 „wieder verstärkt“ angehen und das Areal unter anderem weiter von wildwucherndem Unterholz befreien, den Hauptaufgang gegen Stolperfallen sowie das Geländer sichern. Allerdings, so macht er deutlich, „müssen wir vom Werkeln mittelfristig zum Arbeiten kommen“. Positiv liest sich sein Bericht zum Iller-Konzept. Nach der erfolgreichen Planungswerkstatt „Iller erleben“ würden die gesammelten Ideen von den beauftragten Planungsbüros verarbeitet. Die Ergebnisse sollen dann in einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt werden. Zum meistgehegten Wunsch, Gastronomie an beziehungsweise auf der Iller, habe Ende Oktober 2011 eine junge Stuttgarter Mannschaft ihre vom Wasserwirtschaftsamt noch zu prüfenden „Kutter“-Ideen für eine schwimmende Gastronomie vorgestellt. Lob für Beteiligung Viel getan habe sich rund um den St.-Mang-Platz, der nach seiner Neugestaltung „im großen Stil“ in Festivitäten wie Stadt- oder Altstadtfest einbezogen worden sei. Die Bürgerbeteiligung lobt er ausdrücklich als richtigen Weg bei der Platzgestaltung, auch wenn im Nachgang der ein oder andere Kritikpunkt zu diskutieren gewesen und – ein weiteres Lob – zum Teil seitens der Stadt auch bereits angegangen worden sei. Die Aussage von CSU-Stadtrat Erwin Hagenmaier, dass die Belebung des Platzes nun Sache der Bürger sei, reiht Markmiller unter der Rubrik „unüberlegt“ ein und verweist auf das ehrenamtlich organisierte Altstadt- mit Kinderfest. Helfende Hände engagierter Stadträte vermisse er dabei allerdings, stichelt er, und kündigt ein derzeit in Arbeit befindliches Ganzjahreskonzept für den Platz an. Uneingeschränktes Lob gibt es zum Beispiel für die „gelungene“ Sanierung Heinrichgasse 1-7, den Neubau an der Ecke Zwingerstraße/Lohgässele und den Umbau Suttschule. Zur Frage Künstlerhaus – abreißen oder sanieren – positioniert er die Altstadtfreunde einmal mehr klar mit „dessen Erhaltung“, wobei eine Sanierung „unvermeidbar“ sei. Interessante Themen Weitere interessante Beiträge gibt es im aktuellen Altstadtbrief von Sozialbau-Chef Herbert Singer zum Thema Bau eines Passivhauses „An der Stadtmauer 2-4“; über das erfolgreiche Jahr für das Beginenhaus von der Vorsitzenden des Fördervereins Beginenhaus, der Historikerin Birgit Kata; zum Projekt „Iller erleben“ von Baudirektor a.D. Dieter Schade; zur langsamen Vereinigung der Doppelstadt Kempten von Stadtarchivar Dr. Franz-Rasso Böck und zum Künstlerhaus vom Vorsitzenden des „artig e.V.“, Stephan A. Schmidt.

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