Lösung gefunden

Geeinigt haben sich die Stadt und die Telekom Deutschland GmbH (ehemals T-Mobile) auf das Hochhaus Bachstelzenweg 7 als neuen Standort für die Mobilfunkanlage im Thingers. Das gab Uwe Weißfloch vom Stadtplanungsamt vergangene Woche im Bauausschuss bekannt. Die Telekom wollte, wie mehrfach im KREISBOTEN berichtet, ihre GSM-Sendeanlage auf dem Thingerstreff um eine UMTS-Anlage erweitern. Da sowohl die Stadtverwaltung als auch das Umweltinstitut München den Standort als strahlungstechnisch ungünstig bewerteten, sollte im Rahmen des „dialogischen Verfahrens“ ein neuer Standort gefunden werden.

„Als Alternativstandorte wurden die Hochhäuser der Sozialbau am Bachstelzen- und Schwalbenweg untersucht“, so Weißfloch. Hans Ulrich-Raithel vom Umweltinstitut München erstellte das entsprechende Immissionsgutachten. „Das Gutachten zeigt deutlich, dass von den sieben ursprünglich genannten Alternativen am Bachstelzen- und Schwalbenweg das Gebäude Bachstelzenweg 7 die besten Möglichkeiten bietet, sowohl funktechnische Verbesserungen als auch die höchste Immissionsminimierung für die Anlieger zu erreichen“, erläuterte Weißfloch. Die einfachst und von der Telekom gewünschte Variante, den bestehenden Standort auf dem Thingerstreff auszubauen, hätte seinen Angaben zufolge zu gravierenden Verschlechterungen insbesondere in den Hochhäusern am Bachstelzenweg geführt, da in Richtung dieser Gebäude eine Hauptsenderichtungen des Senders gestrahlt hätte. „Selbst bei der Verlegung beider Sendeanlagen (GSM und UMTS) auf das Gebäude Bachstelzenweg 7 ist das unmittelbar benachbarte Gebäude Bachstelzenweg 5 trotz der größeren Nähe zur Anlage weniger betroffen als bei einer Erweiterung der bestehenden Sendeanlage“, frohlockte Weißfloch. Auch im weiteren Umfeld der Anlage können signifikante Verbesserungen erreicht werden. Er wolle jedoch die Aufrüstung nicht schönreden, betonte er, laut Netzbetreiber sei sie aber notwendig. Dank der Eindeutigkeit des Gutachtens wurden die entsprechenden Vertragsverhandlungen mit der Kemptener Sozialbau sofort aufgenommen. Wie Weißfloch mitteilte, stehen die Betreiber unter relativ hohem Zeitdruck, da die UMTS-Anlage Ende Oktober installiert sein müssen. Sie soll dann wohl schon im Dezember in Betrieb genommen werden. Aufgrund der auch funktechnisch deutlich besseren Eignung des neuen Standorts hat sich die Betreiberin bereit erklärt, auch die bestehende GSM-Anlage im Zuge der UMTS-Errichtung auf das Hochhaus Bachstelzenweg 7 umzubauen, betonte Weißfloch. Der Bauausschuss stimmte der Errichtung der UMTS-Anlage, die nicht höher als zehn Meter wird, und der Verlagerung der GSM-Anlage auf den neuen Standort geschlossen zu und erteilte die in diesem Zusammenhang benötigte Befreiung für den Bauantrag, da das Gebäude Bachstelzenweg 7 nach Bebauungsplan als reines Wohngebiet ausgewiesen ist. Die UMTS-Anlage von O2 bleibt vorerst auf dem Thingerstreff. OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) sah diesen Fall als Beispiel dafür, dass im „dialogischen Verfahren“ auch bei bestehenden Anlagen noch Verbesserungen erzielt werden können. Das Gutachten des Umweltinstituts ist auf den Internetseiten der Stadt Kempten www.kempten.de oder im Stadtplanungsamt einsehbar.

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