"Lokale Kleinökonomie unterstützen"

Mehr als 200 Unternehmen sind allein im Kemptener Stadtteil Sankt Mang angesiedelt, über 120 davon in den Bereichen Handel, Handwerk und Gastronomie. Norbert Bauschmid, Projektleiter TAT-ORT, hat diese Zahlen im Rahmen des Städtebauförderprogramms Soziale Stadt recherchiert. Nach dem Auftakt im vergangenen Februar und der ergänzenden Vorarbeit zur Standortanalyse geht TAT-ORT in 2010 verstärkt in die Offensive: Nach dem Start der ersten beruflichen Qualifizierungsmaßnahme im Januar beginnt am morgigen Donnerstag, 25. Februar, eine Informations- und Seminarreihe.

„Unser vorrangiges Projektziel ist die Stärkung und Unterstützung der lokalen Kleinökonomie. Dabei arbeiten wir eng mit dem Quartiersmanagement zusammen“, erklärt Bauschmid. Träger von TAT-ORT ist das Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung Kempten. Es ist ein arbeitsmarktpolitisches Instrument und dient auch zur Imageverbesserung und Standortbelebung in Sankt Mang. „Mit der aktuellen Veranstaltungsreihe werden wir gezielt Themen ansprechen, die einen klaren Praxisbezug haben“. Die Themenpalette reicht vom Beschwerdemanagement über Reklamationen, Büroorganisation bis hin zur Mitarbeiterqualifizierung. „Während Vorträge für alle interessierten Geschäftsleute aus ganz Kempten offen sind, sind die Seminare speziell auf die Unternehmer in Sankt Mang ausgerichtet – und die Teilnehmerzahl begrenzt.“ Für die Inforeihe ist im TAT-ORT-Projekt Melanie Rutherford seit Januar zuständig. Parallel dazu baut sie seit November im Stadtteilbüro einen Tauschring für Sankt Mang auf. Bunte Mischung Bemerkenswert ist laut Bauschmid die Vielschichtigkeit der Kleinökonomie im Stadtteil. Vom Autohaus über Druckerei, Raumausstatter, Schreiner, Schmuckgeschäft bis zum Schuster reicht die Vielfalt. Sein Einblick in die Stadtteilstruktur hat ihm in den vergangenen Monaten aber auch gezeigt, dass die Vernetzung der Kleinbetriebe – für Aktionen und Standortbelebung – aufgrund der verstreuten Anordnung nicht einfach ist. „Der Stadtteil hat einfach mehrere unternehmerische Oasen“, sind sich Rutherford und Bauschmid einig. „Außerdem hatten Migrationsbetriebe erst einmal Vorbehalte gegen uns als TAT-ORT-Team.“ Über den Kemptener Dachverband der türkischen Vereine wollen Bauschmid und Rutherford die Hemmschwelle überwinden. Mit einem Aktionstag am 24. April in der Ludwigstraße wird sich diese unternehmerische „Oase“ präsentieren und die Türen für die Öffentlichkeit aufmachen. Gewerbeübersicht Mit einem Unternehmerstammtisch, aber auch mit dem Angebot der Inforeihe, will TAT-ORT Zugang zu den Betrieben finden. Gelungen ist das beispielsweise mit einer Umfrage in Handel, Handwerk und Gastronomie. Nach dieser „Ist-Analyse“ der Kleinökonomie lasse sich sagen, dass hier ein enormes Potential an Synergieeffekten brach liege. „Wir haben die Unternehmen dann nach Branchen farblich in einer Karte verortet und digitalisiert und somit erstmals für diesen Stadtteil eine aktuelle Gewerbeübersicht erhalten“, so Bauschmid. Weitere Informationen gibt es unter www.sanktmang.de. Die Inforeihe beginnt am morgigen Donnerstag, 25. Februar, mit dem Fall „Büroorganisation – Fluch oder Segen für Ihr Unternehmen“. Veranstaltungsort ist ab 19 Uhr das Gemeindezentrum an der Magnusstraße. Referentin ist Nicole Sehl.

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