Finissage der Festwochen-Ausstellung

"Wir sitzen alle in einem Boot"

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Für ihr Werk „siebenkommadreimilliardenunddu“ wurde die Holzbildhauerin Lucia Hiemer von Dietmar Wolz, diesjähriger Stifter des Preises, mit dem Publikumspreis der Festwochen-Kunstausstellung ausgezeichnet.

Kempten – Vier Wochen lang konnte man in der Festwochen-Kunstausstellung im Hofgartensaal verfolgen, wie sich die Box mit den Stimmzetteln zur Wahl des Publikumspreises füllte.

Am Ende hatten 1138 von insgesamt 4500 Ausstellungsbesuchern – 1000 davon allein bei der Vernissage – und damit jeder Dritte sein Votum abgegeben, wie 2. Bürgermeisterin Sibylle Knott vor rund 200 Finissagegästen im Foyer des Fürstensaales verkünden konnte.

Insgesamt 72 Arbeiten – davon drei im öffentlichen Raum – von 64 Kunstschaffenden standen zur Wahl und wie Knott anmerkte, seien laut Aufsichtspersonal sehr viele der Besucher von verschiedenen Werken so beeindruckt gewesen, „dass sie länger als in den letzten Jahren mit sich haderten, welches Werk ihre Stimme am meisten verdient“.

Mit klarem Vorsprung hatte das Werk aus Buchenholz „siebenkommadreimilliardenunddu“ der Bildhauerin Lucia Hiemer am Ende die Nase mit 181 Stimmen klar vorn. Dietmar Wolz, Inhaber der Bahnhof-Apotheke und des Naturkostladens PurNatur, freute sich als diesjähriger Stifter des mit 500 Euro dotierten Publikumspreises „ganz besonders“, diesen an Hiemer überreichen zu können, die ihn 2004 bereits bei ihrer Arbeit am Wandgemälde im Treppenhaus des „Rosengarten“ (das Gebäude, in dem unter anderem die Bahnhof-Apotheke ist) beeindruckt habe. Das nun prämierte Werk „siebenkommadreimilliardenunddu“ habe „Symbolcharakter“, denn „wir sitzen alle in einem Boot“. Kommentieren wollte die Künstlerin selbst das Werk nicht, vielmehr solle das „visuelle Medium für sich selber sprechen“, da gebe es „nichts zu erklären“.

112 Stimmen stimmten für das zweitplatzierte Werk „Meeting“ von Kristina Johlige-Tolstoi gefolgt von 57 Stimmen für Marianne Mandas „Vision“ auf Platz drei.

Auch wer einen Stimmzettel abgegeben hatte konnte etwas gewinnen. Die ersten vier Gewinner zog die Kulturbeauftragte des Stadtrats Silvia Rupp und wie es der Zufall wollte – eine der Gewinnerinnen war die Mutter des diesjährigen Förderpreisträgers der Dr.-Rudolf-Zorn-Stiftung Guido Weggenmann, der, wie berichtet, aktuell die Kunsthalle zusammen mit dem Schweizer Künstler Reto Steiner in einer sehenswerten Ausstellung bespielt.

Zu Musik von Eugenie Krause am Knopfakkordeon und Hans Natterer am Bass ließen die Gäste den lauen Spätsommerabend ausklingen.

Christine Tröger

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