Mädchen sollen begeistert werden

Rund 350 Mädchen und junge Frauen mit Naturwissenschaften und Technik in Kontakt bringen und sie nachhaltig dafür begeistern, ist das Ziel der Organisatorinnen des 1. Bayerischen Mädchen-Technik-Kongresses, der am 29. September von 9 bis 16 Uhr an der Hochschule stattfindet. Das Fraunhofer-Institut IZM München und die Hochschule Kempten möchten auf diesem Kongress – gemeinsam mit Firmen aus dem Allgäu – mehr Mädchen für die MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik)-Berufe gewinnen.

„Wir sind uns bewusst, dass wir in Deutschland in den nächsten Jahren zu wenig Ingenieure haben werden“, sagte Hochschulpräsident Professor Dr. Robert F. Schmidt vergangenen Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz zum Mädchen-Kongress. „Daher müssen wir neue Zielgruppen erschließen.“ Innovative Technikfelder bieten für Mädchen und Frauen ein attraktives Aufgabengebiet mit hervorragenden beruflichen Perspektiven. Dennoch lässt der Anteil an Frauen sowohl in der gewerblichen Ausbildung als auch in den entsprechenden Studiengängen zu wünschen übrig. Das bestätigte auch Schmidt: „Rund zehn bis elf Prozent ist der Anteil unserer Studentinnen bei den technischen Studiengängen“, sagte er. „Da haben wir großen Nachholbedarf.“ Unter dem Dach des bundesweiten Projekts „mst/femNet meets Nano and Optics“, einer Initiative des Aus- und Weiterbildungsnetzwerkes für die Mikrosystemtechnik, soll dieses Thema daher weiter vorangebracht werden. „Der Mädchen-Technik-Kongress soll dabei das Highlight des Projekts sein“, erläuterte Sabine Scherbaum vom Fraunhofer-Institut. Geplant ist der Kongress in Kempten für rund 350 Schülerinnen von Realschulen und Gymnasien der sechsten bis 12. Jahrgangsstufe. Neben Kempten veranstalten nur sechs weitere Städte (Rostock, Berlin, Hannover, Dortmund, Erfurt, Zweibrücken) einen solchen landesweiten Informations- und Erlebnistag für Mädchen. „Naturwissenschaften werden in unserer Gesellschaft als männlich assoziiert“, beschrieb Scherbaum. Daher seien die Motivationsunterschiede für die MINT-Fächer bei Jungen und Mädchen größer als die Leistungsunterschiede. „Wir müssen das Image von Physik und Technik verändern“, forderte sie. Zudem sollen mehr weibliche Rollenvorbilder „geschaffen“ werden. Der Mädchen-Technik-Kongress wird inhaltlich von Mädchen und Frauen gestaltet. Die jungen Referentinnen geben in Form von Workshops, Erfahrungsberichten, Präsentationen oder experimentellen Vorführungen Einblick in ihre praktische MINT-Erfahrungen. Sie werden dabei von ihren Schulen, der Hochschule, ihren Ausbildungsbetrieben oder Arbeitgeberfirmen unterstützt. Der „Fraunhofer Truck“ wird ebenfalls mit in Kempten sein. Darin werden wissenschaftliche Forschungsergebnisse aus den Bereichen Gesundheit, Sicherheit, Kommunikation, Mobilität, Energie und Umwelt in anschaulicher Weise gezeigt. „Der Truck wird dann auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein“, frohlockte Scherbaum. Nach der Devise „Aus der Region, für die Region“ unterstützt auch das AÜW den Kongress. Wie der AÜW-Technikbereichsleiter Michael Fiedeldey schilderte, veranstaltet das AÜW am Kongresstag drei Workshops. Auch Hubert Thiele, Oberstudiendirektor des Gymnasiums Sonthofen, sieht die Förderung der MINT-Berufe als ganz besondere Aufgabe an. „Der Mädchen-Kongress in Kempten muss der Anstoß für viele weitere vernetzte Projekte sein und die Schulen sollten als Partner integriert werden“, forderte er.

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