Gebäude wird als Museum ausgetestet – Zumsteinhaus wird bald leergeräumt

Marstall als Versuchsobjekt

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Nachdem sich die Alpenländische Galerie mit dieser Saison aus Kempten zum Großteil verabschiedet, soll die Halle mit wechselnden Ausstellungen bespielt werden, um zu testen, ob der Marstall ein attraktives Museumsgebäude abgeben könnte.

Kempten – „Was wir jetzt machen, wir halten am Zumsteinhaus fest“, vorher werde noch die Depotfrage geklärt, „beim Marstall sind wir jetzt auf einer Abschiedsparty“ und 2016 würden hierzu dann weitere Entscheidungen fallen. So lautete die für OB Thomas Kiechle „sinnvolle Reihenfolge“, um die Museumsentwicklung anzupacken. Denn die Prioritäten seien mit Zumsteinhaus und auch APC bereits klar und nach Schließung der Alpenländischen Galerie werde man 2016 mit Sonderausstellungen, museumspädagogischen Angeboten und auch einer besseren Beschilderung testen, ob das Marstall-Gebäude als Museum geeignet ist – „es spricht Vieles dafür“, meinte der OB, der seinerseits auf eine Entscheidung im kommenden Jahr drängte.

Anlass für die erneute Diskussion im Kulturausschuss war ein Antrag der SPD-Fraktion, der die Nutzung des Marstalls für Ausstellungen und als künftiges Allgäu-Museum in den Fokus rückt, da so ein schnelles und kostengünstiges Anpacken der musealen Gestaltung in der Stadt als Initialschritt möglich sei. 

Wie Kulturamtsleiter Martin Fink kurz in Erinnerung rief, sind die drei Bereiche Römerstadt im APC, Stadtgeschichte im Zumsteinhaus und das Allgäu entweder im Kornhaus oder im Marstall Gegenstand des Museumskonzeptes. Beim Kornhaus sei allerdings (wie berichtet) das Thema Brandschutz zum Problem geworden. Im Marstall sei kürzlich die letzte Saison für die Alpenländische Galerie in ihrer bisherigen Form angelaufen, die danach nur mehr in stark abgespeckter Variante zu sehen sein werde.

Nach bisherigen Untersuchungen sei das Marstallgebäude „ohne größere Einschränkungen“ museal nutzbar. Positiv bewertet worden seien die diversifizierte Raumaufteilung, die verkehrstechnische Anbindung sowie Parken, das für Exponate ideale Raumklima, die Betriebs-Infrastruktur, aber auch die Barrierefreiheit des Gebäudes. Nicht so positiv seien Lage und bisherige Wahrnehmung des Marstalls bewertet worden, da es hinter der Residenz versteckt liege und gezielt angesteuert werden müsse. Nach dem weitgehenden Wegfall der Alpenländischen Galerie soll 2016 mit wechselnden Sonderausstellungen, museumspädagogischen Angeboten, aber auch einer besseren Beschilderung getestet werden, ob der Marstall als Museum funktionieren kann und als Museum „wieder besser wahrgenommen wird“.

Erwin Hagenmaier (CSU) fürchtete, das mit dem Testlauf das Ende für eine mögliche Unterbringung der Bibliothek im Marstallgebäude besiegelt sei – eine Entscheidung, die er jetzt nicht treffen wolle. Mit der Zusage, dass es im Moment nur um den Bereich Erdgeschoss gehe, konnte er sich dann aber anfreunden. Dazu äußerte Lothar Köster (SPD) eine klare Haltung seiner Fraktion: „Wir sind der Meinung, dass der Marstall nicht Bücherei werden soll“, da dafür erhebliche Umbaumaßnahmen nötig seien. Es sei aber kein Geld da und trotzdem wolle man für Bevölkerung und Touristen interessant sein. Deshalb stelle sich die Frage, wo am schnellsten ein Angebot geschaffen werden könne, „das nutzbar ist“. Denn man könne das bestehende Museumskonzept „auch gleich in den Müll kippen“, wenn man nicht an die Umsetzung gehe. Solch ein Konzept müsse nach spätestens 15 bis 20 Jahren nämlich den dann wieder neuen Anforderungen angepasst werden.

Mehrheit dafür 

Mehrheitlich stimmten die Ausschussmitglieder dafür, den Marstall mit genannten Maßnahmen als Museum zu prüfen. Am Ende der Testphase 2016 soll dann eine Entscheidung fallen. Damit zeigte sich auch Köster zufrieden. 

Ebenfalls Thema war das Zumsteinhaus, das heuer nur noch von 30. März bis 12. April täglich für zwei Stunden, von 14 bis 16 Uhr, geöffnet werden soll sowie „eventuell über den 1. Mai“, damit sich die Menschen davon verabschieden können, wie Fink meinte. Danach soll es komplett leer geräumt werden, damit die fälligen statischen Untersuchungen durchgeführt werden können. Das ist laut Fink mit einigem Aufwand verbunden, da „das Haus an sich und die Ausstellung einen so großen Wert hat“, dass es nun zunächst aufgenommen und inventarisiert werden soll. Die Exponate sollen anschließend zunächst ins Depot gebracht werden. Christine Tröger

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