Kemptener Gymnasien bekommen Aufnahme-Obergrenze

Deckel für Gymnasien

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Was die Einführung eines musischen Zweigs betrifft, muss sich das CvL noch in Geduld üben.

Kempten – Um die Anmeldungen künftig mit Blick auf eine „ressourcenorientierte Auslastung“ an den drei Kemptener Gymnasien steuern zu können, soll die Anzahl der Eintrittsklassen ab kommenden Herbst gedeckelt werden.

Wie Birgitt Richter, Leiterin des Amtes für Kindertagesstätten, Schule und Sport, vergangene Woche vor dem Schul- und Kulturausschuss darlegte, sollen „am Allgäu-Gymnasium (AG) und am Hildegardis-Gymnasium jeweils höchstens fünf und am Carl-von-Linde-Gymnasium (CvL) maximal drei Eintrittsklassen gebildet werden“. 

 Die Verwaltung, der Ministerialbeauftragte Hubert Lepperdinger sowie die drei Schulleiter seien hierzu im jüngst geführten Gespräch von einer Obergrenze von 13 Eingangsklassen als realistische Grundlage ausgegangen. Wie Richter betonte, „können selbstverständlich alle Anmeldungen an Gymnasien in Kempten tatsächlich aufgenommen werden“, sodass kein Schüler an einen anderen Ort wechseln müsse. Bei der gegebenenfalls zu treffenden Auswahl durch den jeweiligen Schulleiter seien folgende Kriterien zu berücksichtigen: der Schulweg zur gewünschten und zu den als Ersatz kommenden anderen Schulen gleicher Schulart; pädagogische Gründe, wie Geschwister an der Schule; andere anerkannte Gesichtspunkte. Eine anderweitige Verteilung oder auch Abweisung von Schülern müsse erst dann geprüft werden, wenn die maximale Schülerzahl von 31 pro Klasse – offiziell seien 33 zulässig – erreicht sei, danach entscheide ein vom jeweiligen Schulleiter zu bestimmendes Losverfahren. Wie sie berichtete, habe der Ministerialbeauftragte deshalb darauf hingewiesen, „dass die Schule, die mehr Anmeldungen hat als räumliche Kapazitäten, große Klassen haben wird“. Auch könne eine erhöhte Nachfrage an einem Gymnasium von einem Jahr zum anderen wechseln, wie er am Beispiel der beiden Lindauer Gymnasien erklärt habe. Außer Frage stand für Richter, dass für Schüler, die erst nach der fünften Klasse wechseln, sowie für Wiederholer und Zuzüge „ein gewisser Spielraum vorhanden bleiben muss“. Im Zuge der Schulentwicklung sollen aber auch die „räumlichen Gegebenheiten mit betrachtet und untersucht werden“, ging Richter auf die baulichen Entwicklungen an den Gymnasien ein. So würden die Planungen für den Umbau des Chemie- und Physiktrakts im Allgäu-Gymnasium „bereits auf Hochtouren“ laufen; für April 2013 stellte sie eine „diskussionsfähige Grundlage“ für den geplante Pavillon am Hildegardis-Gymnasium in Aussicht und bekundete anstehende Sanierungsarbeiten im naturwissenschaftlichen Trakt am CvL. Zudem prüfe die Regierung von Schwaben derzeit die aktualisierten Bestandspläne für alle drei Gymnasien. Den Sachstand zum vom CvL beantragten „musischen Zweig“ wollte Lothar Köster (SPD) wissen. Der Antrag sei „für ein Jahr zurückgestellt worden, da es in Bayern derzeit keine ausreichend geeigneten Lehrkräfte“ gebe, konnte Schulreferent Benedikt Mayer zumindest eine Antwort des Ministeriums kund tun, die positiver klang, als dessen bislang ablehnende Haltung.

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