Arbeitskreis Elektro-Biologie klärt auf

"WLAN und DECT schlagen im Körper ein"

+
Im Rahmen seines Vortrages benannte Dr. Claus Scheingraber einige gravierende Fehler, die seiner Meinung nach in der EMF-Forschung vorliegen: „Die Feldsituation im Labor entspricht nicht der tatsächlichen Feldsituation in Wohnungen und am Arbeitsplatz. Die Bestrahlungszeiträume sind viel zu kurz – wir müssen hier von Langzeitwirkungen ausgehen. Die Degenerationsphase nach der Bestrahlung wird nicht abgewartet und die Studiendesigns werden – zum Teil ganz bewusst – falsch gewählt.“

„Eine ganze Generation hat durch die hochfrequenten Felder des Mobilfunks mit massiven gesundheitlichen Schäden wie Alzheimer und Krebs zu rechnen.“

Humanmediziner Dr. Claus Scheingraber, Vorstand im Arbeitskreis Elektro-Biologie e.V., hielt bei seinem Vortrag „Gesundheitsgefahr durch Mobilfunk, DECT, WLAN und Co“ in Kempten mit wissenschaftlich fundierten, besorgniserregenden Perspektiven nicht hinterm Berg.

Dr. Claus Scheingraber ist eine anerkannte Instanz in Sachen physikalischer Umweltbelastungsforschung. Im Jahr 2014 war er der erste Preisträger des EVA-Awards, (eine Art Oscar für Gesundheitsprävention) im Bereich des physikalischen Umweltschutzes.

Anhand zahlreicher Studienergebnisse verdeutlichte er im Lauf von rund 90 Minuten die Auswirkungen von Elektrosmog oder, wie er es nannte, „Elektrostress“ auf den menschlichen Körper. „Der moderne Mensch ist permanent von magnetischen, elektrischen und hochfrequenten Feldern umgeben, die mit unnatürlichen, gepulsten Schwingungen auf den Organismus einwirken und biologische Abläufe stören. In Städten sind wir sogar einer hunderttausendfach höheren Energiedichte ausgesetzt, als das, was die Natur auf uns abstrahlt - G4, G5 und Tetra-Funk noch nicht eingerechnet! Bei solch extremen, dauerhaften Belastungen fangen die Systeme irgendwann zu kippen an, das hält der Körper langfristig nicht aus.“

Eine ganze Generation von Intensiv-Handynutzern könne daher „in 15, 20 Jahren mit massiven psychischen und physischen Schäden“ rechnen. Zu den unmittelbaren Auswirkungen von Mobilfunkstrahlung gehöre beispielsweise die Bildung von Hitzeflecken im Gehirn. „Ein sechsminütiges Handytelefonat führt zu einer Erwärmung im Gehirn um ein Grad. Nach einem 30-minütigen Handytelefonat sind bestimmte Gehirnareale auf 41 Grad Celsius erwärmt. Dies führe zu einer punktuellen Denaturierung des Eiweißes.“ Eine zweistündige Bestrahlung habe bei Tierversuchen zu dunklen Flecken, so genannten Nekrosekernen geführt, also zu zerstörten Nervenzellen im Gehirn. Dies könne zu neurologischen Ausfällen und Störungen führen. „Ich bin mir sicher, die extreme Zunahme von Alzheimerfällen hängt mit der Mobilfunkstrahlung zusammen“, bekräftigte Scheingraber. Doch hochfrequente Felder erzeugten nicht nur eine Wärmewirkung im Gewebe, so der Mediziner weiter, sondern wirkten sich auch negativ auf den Körperstoffwechsel aus. Seriöse Studien belegten zudem, dass nach zehn Jahren intensiver Handynutzung das Risiko, an einem Gliom – einem Hirntumor des Zentralnervensystems – zu erkranken, um 90 Prozent steige. Die Gefahr, an einem Augentumor zu erkranken, steige um 320 Prozent. „Nach 20 Jahren haben Intensiv-Handynutzer eine um 420 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, einen Tumor im Kopf zu entwickeln.“ Zudem wirke sich hochfrequente Strahlung nachweislich auf die Spermien aus. Je mehr man(n) pro Tag am Handy telefoniert, desto geringer werde die Spermienzahl und deren Beweglichkeit, die für eine Befruchtung mit entscheidend ist und desto größer werde die Zahl der missgebildeten Spermien. „Kurz gesagt: Männer, die das Handy immer in der Hosentasche tragen, betreiben dadurch effektive Verhütung.“

Bei alledem sei zum einen die Dosis entscheidend, von großer Bedeutung seien aber auch die Expositionsdauer sowie die individuelle Empfindlichkeit, Kompensationsfähigkeit und weitere Belastungsfaktoren. Und: Je höher die Frequenz umso aggressiver die Wirkung auf Zellen. Das „Schädlichste im ganzen Haus“ seien WLAN und DECT-Schnurlostelefone, betonte Scheingraber.“ Die haben in den Wohnungen eine wesentlich höhere Feldstärke als örtliche Mobilfunkstationen! Das schlägt biologisch in den Körper ein wie nichts anderes.“ Der Grund hierfür liege in der Frequenz der beiden Systeme. „Die wesentlichen elektrischen Aktivitäten im menschlichen Gehirn laufen bei 0,5 -40 Hz ab. WLAN arbeitet mit genau solch einer hirnaktiven Frequenz von 10,5 Hz.“ Dies führe unter anderem zu gesundheitsgefährdenden Störungen von Stoffwechselvorgängen, zu kognitiven Störungen und zu Störungen des Schlafrhythmus. Für Kinder und Jugendliche sei es noch um ein Vielfaches gefährlicher, dieser Strahlung ausgesetzt zu sein, da ihr Zentralnervensystem noch nicht voll entwickelt ist. Scheingrabers Empfehlungen zur Belastungsreduktion lauteten daher: „Schalten Sie Ihrer Gesundheit zuliebe WLAN so oft wie möglich aus – vor allem aber nachts! Und stellen Sie Ihr Handy, wenn Sie es nicht unmittelbar brauchen, auf Flugmodus. Nur dann ist es wirklich strahlungstot.“ Die (gesundheitlich unbedenkliche) Alternative zum Mobilfunk sieht Dr. Claus Scheingraber in der Visible Light Communication, kurz VLC. Bei dieser bereits seit zehn Jahren erforschten Technologie funktioniert die Datenübertragung über LED und Fotosensoren. „Das müssten wir einführen, das würde sofort in jedem Haus funktionieren!“

Der Vortrag, der vom Naturheilverein Kempten organisiert worden war, hatte zahlreiche Zuhörer, zumeist mittleren Alters, angelockt. Unter ihnen auch einige Elektrosensible. „Eigentlich sollten hier ganz viele junge Leute sitzen, um sich zu informieren“, fand eine der Besucherinnen. „Die geht das Thema doch ganz besonders an. Aber davon wollen die meisten ja einfach nichts wissen.“  Sabine Stodal

Meistgelesene Artikel

Nach Herzenslust einkaufen

Kempten – Mit der „Langen Einkaufsnacht“ läutet das City-Management Kempten traditionell die romantische Vorweihnachtszeit ein. Jedes Jahr strömen am …
Nach Herzenslust einkaufen

Vergangene und künftige Entwicklungen als Thema

Dietmannsried/Probstried – Ende November finden traditionell in allen fünf Teilgemeinden der Marktgemeinde Dietmannsried (Dietmannsried, Probstried, …
Vergangene und künftige Entwicklungen als Thema

"Kaviar und Hasenbraten"

Isny/Rohrdorf – Diesmal haben sich die „Theaterleute“ vom Theaterverein Rohrdorf ein Stück von Regina Rösch ausgesucht und „Kaviar und Hasenbraten“, …
"Kaviar und Hasenbraten"

Kommentare