Mehr Fragen als Antworten

Zu keiner Entscheidung ist jetzt der Bauausschuss in der Frage gekommen, ob das Häuschen der Renngemeinschaft Allgäu (RGA) auf ihrem Trial-Gelände in der Riederau stehen bleiben darf. Als die Stadträte sich vor Ort ein Bild von dem vermeintlichen Schwarzbau machten, stellten sich Stadtrat Hans Mangold (Grüne/FL) zahlreiche weitere Fragen. Die will OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) erst geklärt wissen und stellte die Abstimmung zurück.

Unterhalb der Dieselstraße befindet sich das Gebäude, das die RGA als Unterstand und Umkleideraum für ihre Trialfahrer und Motorräder nutzt. Gleich daneben liegt das Gelände, auf dem die Motorsportler über Hindernisse fahren und ihre Geschicklichkeit testen. Das Problem: Den Holzbau hat die Renngemeinschaft ohne Genehmigung errichtet. Um sich ein besseres Bild zu machen, kamen die Stadträte des Bauausschusses jetzt selbst in die Riederau, wo sich dann allerdings mehr Fragen aufwarfen als klärten. Auf dem Gelände gibt es keinen anderen Standort, auf dem so ein Haus möglich ist, gestand Baureferentin Monika Beltinger der RGA zu. Bedingungen für eine Genehmigung seien aber ein ordentlicher Stromanschluss für das Gebäude anstatt des bisherigen Generators und eine Hecke zum Landschaftsschutzgebiet hin. Das grenzt nämlich direkt an das Trial-Gelände. Mangold störte sich an der Erschließung des Geländes. Gelangte man früher über den Holzbachweg auf die Motorradbahn, den es jetzt wegen der neuen Fabrikhalle von Liebherr nicht mehr gibt, muss man heute von der anderen Seite herfahren. „Wer hat diese Straße gebaut?“, fragte er. Beltinger versprach, die genauen Gründe zu überprüfen, warum die Erschließung auf diese Weise gelöst wurde. Mangold missfiel außerdem eine stark gestutzte Eiche am Rand des Landschaftsschutzgebiets. Zudem habe er Beschwerden aus der Bevölkerung wegen des Lärms bekommen. Kein Konflikt mit Reitern Oliver Wengeler von der RGA gestand zwar Fehler bei der Bauplanung ein, schloss aber aus, dass die Fahrer das Landschaftsschutzgebiet beeinträchtigen oder für übermäßigen Lärm verantwortlich sind. „Trial-Motorräder sind sogar außergewöhnlich leise“, erklärte er. Die Eiche habe der städtische Betriebshof gestutzt. Auch Christiane Krämer vom Reit- und Voltigierverein, dessen Mitglieder häufig in der Riederau reiten, attestierte dem Verein viel Rücksichtnahme. „Sie machen da ein ganz anderes Fass auf“, meinte OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) zu den verschiedenen Anfragen Mangolds. Bis alle Sachverhalte geklärt sind, stellte er deshalb mit Zustimmung des Ausschusses das Thema zurück.

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