Parkhaus erstmal nicht nötig

"Das ist eine gute Lösung"

+
Die drei roten Punkte markieren die Flächen, auf denen die neuen Parkplätze für die Hochschule Kempten entstehen.

Kempten – Gute Nachricht für die Kemptener Studenten: In Kürze können nahe der Hochschule insgesamt rund 180 neue Parkplätze zur Verfügung gestellt werden. Damit entzerrt sich die angespannte Parkplatzsituation (der Kreisbote berichtete mehrfach) ein wenig.

Weitere Stellplätze gibt es zudem ab dem Frühjahr 2014 auf dem Seitz-Gelände. Auch die Allgäuer Festwoche profitiert von den neuen Parkplätzen, wie am Donnerstag im Haupt- und Finanzausschuss klar wurde.

Mit einem Antrag zu einem, wie es OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) bezeichnete, „alten Problem“ hatte es der Finanzausschuss vergangene Woche zu tun: die Verbesserung der Parkplatzsituation an der Hochschule Kempten. Die CSU und die Freien Wähler hatten gemeinsam beantragt, dass auf dem Gelände der Hochschule ein Parkhaus errichtet werden soll. Die Stadt ließ diese Möglichkeit zwar von der Sozialbau prüfen, legte im Ausschuss aber Möglichkeiten dar, wie auch ohne Parkhaus neue Stellplätze geschaffen werden können – schneller und wesentlich kostengünstiger.

Ein Parkhaus würde je nach Stellplatzzahl zwischen zwei (200 Parkplätze) und drei Millionen Euro (300 Parkplätze) kosten, stellte Dagmar Lazar, Leiterin des Amts für Wirtschaft und Stadtentwicklung, die von der Sozialbau errechneten Zahlen vor. Zusätzlich würden 40 000 bis 60 000 Euro Betriebskosten jährlich hinzukommen. Auch wenn das Parkhaus von der Sozialbau gebaut und dann an den Freistaat verpachtet werden würde, entstünden jährlich hohe Pachtkosten, die die Stadt pro Jahr mit 500 000 bis 800 000 Euro bezuschussen müsste.

Um diese hohen Kosten zu vermeiden, hat die Stadt zusammen mit der Hochschule nach Alternativ-Stellplätzen gesucht und auch welche gefunden: Die Hochschule mietet am Schumacherring eine Fläche von der Deutschen Bahn an, die als Schotterfläche hergerichtet werden soll und worauf dann 100 bis 120 Autos Platz finden. Die Fläche ist über die Wiesstraße erreichbar. Für die Studenten bedeutet dies rund fünf Minuten Fußmarsch bis zur Hochschule. Durch diese Stellplätze kann auch der Wegfall der 120 Parkplätze auf dem Gelände des XXXLutz am Haslacher Berg kompensiert werden. Schließlich will der Möbelriese nach dem Winter (endlich) mit dem Bau beginnen.

Weitere 75 bis 80 Stellplätze stellt die Stadt unterhalb der Seitz-Hallen, westlich der Denkfabrik her. Zufahrt ist hier über die Alfred-Kunz-Straße. 60 000 Euro muss die Stadt hierfür aufwenden. Noch mehr Parkplätze können zudem nach dem Umzug des Seitz-Autohauses in das neue Porsche-Zentrum auf dem Bühl (der Kreisbote berichtete) auf den Freiflächen des Seitz-Geländes in der Immenstädter Straße hergerichtet werden. Alle Stellplätze können die Studenten dann kostenfrei nutzen.

Ein Geben und Nehmen

Die Stadt geht jedoch auch nicht leer aus: im Gegenzug erklärt sich die Hochschule laut Lazar bereit, ihre Stellplätze während der Allgäuer Festwoche als P&R-Plätze zur Verfügung zu stellen. Dadurch kann auf den P&R-Platz auf dem Heussring künftig verzichtet werden. „Damit sparen wir uns jährlich rund 10 000 Euro“, betonte Netzer.

Aber zurück zur Parkplatzsituation der Hochschule: summa summarum kann auf den drei oben genannten Flächen schneller und kostengünstiger die gleiche Stellplatzanzahl wie in einem Parkhaus hergestellt werden. „Ich bin froh, dass wir kein Parkhaus auf Steuerzahlerkosten bauen müssen“, meinte FDP-Stadtrat Ullrich Kremser.

„Insgesamt ist das eine prima Lösung“, freute sich auch CSU-Fraktionschef Erwin Hagenmaier. Der gestellte Antrag wurde somit erst einmal hinfällig. „Die Arbeit der Sozialbau war aber nicht umsonst, wir wissen nicht, was uns in den kommenden Jahren noch erwartet.“ Die Bahn habe bestimmt mit dem jetzt an die Hochschule vermieteten Gelände irgendwann etwas anderes vor. „Aber erst einmal ist das eine gute Lösung.“

Der Ausschuss stimmte den Plänen zur Verbesserung der Parkplatzsituation am Ende einhellig zu. „Die erhebliche Parkdichte reduziert sich durch diese Stellplätze“, so Bürgermeister Josef Mayr (CSU).

Melanie Läufle

Meistgelesene Artikel

Stadtgeschichte: Die letzte Hinrichtung in Kempten

Kempten – Am Freitag, 20. Januar 1928, um 8 Uhr morgens, fand im Hofe des Landgerichtsgefängnisses in der Weiherstraße die letzte Hinrichtung in …
Stadtgeschichte: Die letzte Hinrichtung in Kempten

Schnell eingliedern mit "LASSE"

Kempten – Christian Kühn ist ein ganz normaler Mann. Täglich pendelt der 33 Jahre alte Familienvater von Füssen nach Kempten zur Arbeit. In der …
Schnell eingliedern mit "LASSE"

Neues Wettbewerbsgebiet für Stadtparkgestaltung

Kempten – „Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt“ lautet eine Redensart, die sich nun bei der Auslobung für den Wettbewerb zur …
Neues Wettbewerbsgebiet für Stadtparkgestaltung

Kommentare