Für mehr Transparenz

Ab 1. April kommenden Jahres werden die Bereiche Tourismus, Allgäuer Festwoche und Veranstaltungshäuser aus den städtischen Ämtern heraus gelöst und von einem kommunalen Eigenbetrieb gemanagt (der KREISBOTE berichtete). Das soll der Stadtrat am 18. Dezember beschließen. Auch auf den Haushalt wirkt sich dieser Plan aus, denn ab April legt der Eigenbetrieb getrennt davon seine eigene Bilanz vor. Tourismuschef Heinz Buhmann ging zudem auf seine Pläne für das kommende Jahr ein.

„Es wird transparenter, was wir alles wofür ausgeben“, erklärte OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) den Vorteil des neuen Eigenbetriebs. Kosten deckend werde der Eigenbetrieb jedoch nicht arbeiten können. 1,43 Millionen Euro müsse die Stadt im nächsten Jahr zuschießen, um die Verluste auszugleichen, erklärte Betriebswirtin Heike Steinhauser vom Kämmereiamt. Das belaste das Stadtsäckel jedoch nicht mehr als die bisherige Ämterstruktur. Am meisten Verlust verursacht laut Wirtschaftsplan das Stadttheater mit knapp 735 000 Euro. Die Allgäuer Festwoche erwirtschafte hingegen in etwa so viel, wie sie kostet, nämlich gut eineinhalb Millionen Euro. Für die kommenden Jahre rechne Steinhauser mit einem Verlust von etwa 2,3 Millionen Euro jährlich und städtischen Zuschüssen von jeweils um die 1,8 Millionen, denn dann werden die vollen zwölf Monate in die Bilanz einfließen. Stadtrat Thomas Hartmann (Die Grünen/FL) schlug vor, von Anfang an eine Erfolgsbeteiligung für die Mitarbeiter des Eigenbetriebs ins Leben zu rufen, um die Suche nach Idee zu fördern, wie man das Ergebnis verbessern könne. Personalamtsleiter Hans-Georg Micha erklärte jedoch, dass der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst zwar eine leistungsorientierte Bezahlung vorsehe, sonst aber wenig Spielraum lasse. Die Stadt will mit der gleichen Anzahl an Stellen im Eigenbetrieb weiter arbeiten wie das bisher in der Ämterstruktur der Fall war. Ausnahme sei die Stelle des Leiters für den Bereich Veranstaltungshallen und Allgäuer Festwoche, die neu geschaffen wird. 16,41 Stellen seien für das kommende Jahr vorgesehen, darunter sind vier für Auszubildende. Als „Umstrukturierung unter laufendem Geschäftsbetrieb“ bezeichnete Heinz Buhmann die Neugründung. Wie er erklärte, werde der Ansatz für das Festwochenprogramm anlässlich des 60-jährigen Festwochenjubiläums von 76000 auf 100000 angehoben. Höhere Kosten entstünden auch durch den gestiegenen Beitrag an den Tourismusverband Allgäu/Bayerisch-Schwaben. 47500 Euro müsse die Stadt dafür nun aufbringen und selbst das sei ein Kompromiss nach langen Verhandlungen. Netzer erhielt seine Kritik aufrecht, dass der Mutterverband der Allgäu Marketing GmbH fast ausschließlich aus öffentlichen Geldern finanziert werde. „Die Frage, ob die Allgäu Marketing GmbH nicht schauen muss, wie sie auch anderweitig Mittel generiert, ist gerechtfertigt und nicht beantwortet“, so der OB.

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