Die Milch im Fokus

Albrecht Deiss (v.l.), Bärbel Endraß und Markus Fischer prosten sich anlässlich der Eröffnung der Fotoausstellung gerne mit Milch zu. Foto: Schubert

Rechtzeitig zum Allgäutag am 15. August hat Markus Fischer zusammen mit der Isny Marketing GmbH im Schaufenster des Hauses Obertorstraße 3 eine kleine Fotoausstellung vorbereitet, die vor allem auf die zum Allgäutag vorbereiteten Aktionen neugierig machen soll. Beteiligt an dieser Aktion rund um das Thema Globale Milchwirtschaft ist die Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft, „Brot für die Welt“, der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter, das „European Milk Board, „Germanwatch“ und Misereor, die auch das Werbe- und Fotomaterial zur Verfügung stellten.

Begonnen haben die Aktionen, mit dem Höhepunkt am 15. August, mit einer kleinen Eröffnungsrunde in der Isnyer Stadtbücherei. Markus Fischer, Regionalplaner im Landkreis Ravensburg und Marktmeister in Isny, begrüßte die zahlreichen Gäste und verdeutlichte einmal mehr sein Anliegen, dass der Allgäutag durch diese Hinführung auf landwirtschaftliche Belange einen besonderen Schwerpunkt erhalten sollte. Bärbel Endraß, Biobäuerin und Agraringenieurin aus Primisweiler, ging zusammen mit Albrecht Deiss von der Diakon- ischen Organisation „Brot für die Welt“ in zwei Kurzvorträgen auf die weltweite Situation der Milchproduzierenden Landwirte ein. Ein kurzer Abriss der Agrarpolitik in Europa und Hinweise auf den Weltagrarbericht flossen mit ein. Wie schwierig die Situation für die kleinen Milchbauern geworden ist war in Deutschland schon häufig ein Thema. Überproduktion und damit ein Verfall der Erzeugerpreise führen dazu, dass viele Landwirte ganz einfach nicht mehr von ihren Erzeugnissen leben können. Einige sind einfach überschuldet und müssen produzieren, egal zu welchem Preis. Die verarbeitende Industrie braucht die Milch als billigen Grundstoff für die Lebensmittel und ist Abnehmer für Milchprodukte, die häufig unter dem Erzeugerpreis gehandelt werden. Über den Rand schauen Albrecht Deiss brachte ein Beispiel aus dem afrikanischen Raum, wo durch seine Organisation an der Wurzel geholfen werden sollte. Was aber nutzen die ganzen Anstrengungen die Hirten und ihre Familien wieder autark und selbstbestimmt leben zu lassen, wenn gleichzeitig das Milchpulver aus der europäischen Überproduktion dort weit unter dem Herstellungspreis einheimischen Kleinbauern den Markt über- schwemmt? Man muss darüber reden und, wie Markus Fischer bemerkte: „Schon ein wenig über den eigenen Tellerrand hinausschauen.“ Das ist die eine Seite der Medaille. Gleichzeitig ist in der Region die Welt mit einigem Abstand betrachtet fast noch in Ordnung. Im Anschluss an die Vorträge war vor dem Schaufenster in der Obertorstraße ein „Milchempfang“ vorbereitet. In lockeren Gesprächsgruppen konnte dort statt dem sonst bei Ausstellungseröffnungen üblichen Sekt Milch aus der Isnyer Käseküche oder einheimisches Mineralwasser verkostet werden und den Gesprächen hat diese Art der Bewirtung keinen Abbruch getan. Auf den Allgäutag kann man sich auf alle Fälle freuen. Dann wird rund um den Isnyer Marktplatz mit einem gewissen Stolz einiges aus der Region vorgestellt, den Rest der Welt sollte man darüber hinaus aber trotzdem nicht vergessen.

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