Uni Regensburg verzichtet auf förmliches Verfahren

Müllers Arbeit kein Plagiat

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DR. Gerd Müller kann aufatmen: Die Uni Regensburg wird kein förmliches Verfahren aufnehmen.

Kempten/Regensburg – Bei der Doktorarbeit von Entwicklungshilfeminister Dr. Gerd Müller handelt es sich um kein Plagiat. Zu diesem Ergebnis ist eine Kommission der Uni Regensburg gekommen, wie die Universität am Dienstagabend mitteilte. Somit wird es zu keinem förmlichen Vorprüfungsverfahren kommen.

Wie berichtet, hatte der Nürnberger Plagiatsjäger Martin Heidingsfelder Anfang des Monats Müller „handwerkliche Fehler“ in seiner Doktorarbeit „Die Junge Union Bayern und ihr Beitrag zur politischen Jugend- und Erwachsenenbildung“ vorgeworfen. Demnach soll Müller Zitate in seiner Dissertation nicht als solche gekennzeichnet haben. 

Das gleiche wirft ihm der Internetblog www.handwerklichefehler.mooo.com vor. Dort fanden die Aktivisten bis Mitte vergangener Woche bereits 16 Seiten mit Fehlern. 

Der zuständige Ombudsmann und die Kommission zur Untersuchung von Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens der Uni Regensburg kommen nun aber zu dem Schluss, dass keine Notwendigkeit eines förmlichen Vorprüfungsverfahrens bestehe. „Die Überprüfung durch den Ombudsmann erbrachte keinerlei Hinweise darauf, dass die Dissertation gegen die Grundsätze guter wissenschaftlicher Praxis verstößt“, so eine Sprecherin der Universität. 

Die Art und Weise, wie Müller Quellen und Literatur dokumentiere, sei nicht darauf angelegt, „die eigentliche intellektuelle Autorschaft an Erkenntnissen, Ideen, Argumenten oder Thesen zu verschleiern.“ Das heißt: Auch wenn der Minister 1987 beim Schreiben seiner Arbeit nicht alles richtig gemacht hat, schummeln wollte er nicht. 

Auch die Stellen, die Müller übernommen habe, ohne sie als Zitat zu kennzeichnen, werde durch Anmerkungsziffern und Seitennachweise belegt. Müller hatte die Vorwürfe stets bestritten. 

Der Minister zeigte sich gegenüber spiegel online erleichtert: „Ich begrüße das klare Ergebnis der unabhängigen Prüfer der Uni Regensburg“, sagte er.

Matthias Matz

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