Die Mischung machts

Die Norwegerinnen von „Katzenjammer“ eröffnen heuer das Theaterfestival Isny. Foto: Veranstalter

Es war schon immer die besondere Qualität des Isnyer Theaterfestivals, internationale Spitzenkunst in einer familiären Atmosphäre zu präsentieren. Zwischen Bühne und Tribüne liegen hier keine Welten. „Katzenjammer“, die norwegische Senkrechtstarter-Band, spielt normalerweise in riesigen Hallen vor Tausenden von Leuten. In Isny kann sie im vergleichsweise intimen Zirkuszelt am Eröffnungsabend (29. Juli) hautnah erlebt werden – der fulminante Auftakt einer langen, bunten Festivalwoche.

Einmal mehr ist es den ehrenamtlichen Organisatoren gelungen, ein spannendes und vielseitiges Programm auf die Beine zu stellen, bei dem (fast) alle Interessen bedient werden. Nach den Powerfrauen aus dem hohen Norden mit ihrer druckvollen Rock-, Gypsypop- und Zirkusfolkmusik (Prädikat „musikalisch“, natürlich“, „sexy“) zaubern die „Puppini Sisters“ am Samstag, 30. Juli, eine ganz andere Show auf die Bühne: Hier regiert vor allem der Swing in einer unwiderstehlich charmanter Verpackung. Das Londoner Trio mit den schönen Stimmen und dem durchaus leicht verruchten Auftreten feiert die Musik und den Look der 1940er Jahre, wobei sie natürlich auch so manchen jüngeren Hit ihrer einzigartigen Swingkur unterziehen. Am Sonntag, 31. Juli, liest dann Django Asül in seinem neuen Kabarettprogramm „Fragil“ all jenen die Leviten, die an den Unsicherheiten unseres Lebens im Zeitalter von Globalisierung und allgegenwärtigem Migrationshintergrund verzagen. Wie kompliziert, nervenzerreißend und auch gefährlich es sein kann, einen Brief zu schreiben (oder es auch nur zu versuchen), demonstriert der italienische Meisterclown Paolo Nani am Montag, 1. August, in seinem Soloprogramm, das an komödiantischer Perfektion und Slapstickqualität nicht zu übertreffen ist. Im Anschluss wird im vierten Isnyer Poetryslam nach neuen Talenten gesucht. Am Dienstag, 2. August, lädt die aus Baku/Aserbaidschan stammende Ausnahmemusikerin Aziza Mustafa-Zadeh zu einer musikalischen Welt- und Zeitreise. Die Jazzpianistin, Sängerin und Komponistin kennt in ihrer Kunst keine Grenzen und meistert mit ihrer phänomenal vielseitigen Stimme orientalische Melodien ebenso wie Jazz und klassische Arien. Neue Dimensionen des Zirkustheaters erschließt die Kompanie „HeadFeedHands“ in ihrer phantasievollen und zugleich höchst akrobatischen Performance „Fischen ohne Helm“ am Mittwoch, 3. August, bevor dann am Donnerstag, 4. August, Ulan & Bator, die frisch gekürten Träger des Deutschen Kleinkunstpreises, vernunfttechnisch so ziemlich jede Bodenhaftung verlieren und das Publikum in ihre „Wirrklichkeit“ entführen. Reggae-Freitag Wie schon seit einigen Jahren steht der zweite Freitag des Theaterfestivals (5. August) ganz im Zeichen des Reggae. Diesmal treffen mit dem energiegeladenen Dancehall-/Reggae-/HipHop-Duo „Mono & Nikitaman“ und der Rootslegende Uwe Banton nicht nur zwei unterschiedliche Stile, sondern auch zwei Generationen aufeinander. Grandioser Abschluss Der Abschlussabend des diesjährigen Festivals (6. August) gehört dann zur Gänze den Workshops. Nachdem schon mittags und frühabends die vielen Kurse im großen Zelt demonstriert haben, was sie im Lauf der Woche gelernt haben, übernehmen abends die Dozent/-innen die Bühne und präsentieren ein „FestivalVariété“ – eine spannende Revue tänzerischer, akrobatischer und musikalischer Höchstleistungen. Die Abende des diesjährigen Isnyer Theaterfestivals versprechen also heiß zu werden – es muss nur noch das Wetter mitspielen. Sollte das wieder einmal nicht so ganz klappen, wird Aziz Rahimi, der neue Festivalwirt aus Leutkirch (Gasthaus Lamm), mit leckerer internationaler Küche auch den Aufenthalt im Restaurantzelt zum Erlebnis machen. Der Vorverkauf für das Theaterfestival Isny 2011 hat bereits begonnen. Weitere Informationen zum Festival-Programm und zu den einzelnen Vorverkaufsstellen gibt es auch im Internet unter www.theaterfestival-isny.de.

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