Kemptener Frauennotruf feiert 20-jähriges Bestehen

"Ein besonderes Anliegen"

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Ilona Braukmann stellt Therapiehund „Chayenne” und die kleine „Hundeflüsterin” Sofia vor.

Kempten – Sein 20-jähriges Jubiläum feierte der Frauennotruf Kempten am Donnerstag. Im Rahmen einer kleinen Feier in den Räumen der Kemptener Arbeiterwohlfahrt (AWO) wurden langjährige Mitarbeiterinnen der Hilfseinrichtung geehrt.

Zur Begrüßung der Gäste trat Lothar Seidel, Geschäftsführer und Kreisvorsitzender des AWO Kreisverbandes Kempten, ans Rednerpult. Die AWO ist Träger des Kemptener Frauennotrufes und trägt damit sowohl die Verantwortung für das Projekt als auch für die Mitarbeiterinnen der Einrichtung. Lothar Seidel war es ein „besonderes Anliegen“, diejenigen zu nennen, die an der Arbeit des Notrufes beteiligt sind. Speziellen Dank brachte er gegenüber den heimischen Jugendämtern zum Ausdruck, außerdem nannte er die Gleichstellungsstelle, den Kinderschutzbund und Einrichtungen wie Pro Familia. 

Anschließend war es Bürgermeisterin Sibylle Knott (FW) „eine besondere Ehre, dem Frauennotruf zum 20. Jubiläum zu gratulieren“. „Misshandlung hat viele Ursachen, und diese einzudämmen zählt zu den wichtigsten Aufgaben der Gesellschaft“, sagte Knott in ihrer Rede. Als „eine der ersten Anlaufstellen“ hat der Frauennotruf die zentrale Aufgabe, betroffene Frauen, Kinder und Jugendliche zu unterstützen und ihnen Schutz vor weiteren Übergriffen oder gar Verletzungen zu bieten. Stellvertretende Landrätin Gertrud Knoll (CSU) bezeichnete den Frauennotruf als „Segensreiche Einrichtung“. Diese trage in unserer „materiell geprägten Welt und der heutigen Leistungsgesellschaft“ einen beachtlichen Teil dazu bei, den Teufelskreis von Gewalt zu durchbrechen und stelle eine große Hilfe für Frauen dar, die Demütigungen über sich ergehen lassen mussten. 

Am Ende ihrer Ansprache zitierte Knoll Erich Kästner mit den Worten: „An allem Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun, sondern auch die, die ihn nicht verhindern.“ Die abschließende Rede hielt Doris Scheuerl (CSU), stellvertretende Landrätin in Lindau. Auch sie betonte, wie wichtig die Arbeit des Frauennotrufes sei. Mit den Worten „Sie sind da, wenn aktive Hilfe notwendig ist“, honorierte sie die Anstrengungen insbesondere der Mitarbeiterinnen Ilona Braukmann, Petra von Sigriz und Ingrid Romanesen. Nicht zu vergessen sei die „enorme emotionale Belastung“ für die Mitarbeiterinnen, die bereits seit Bestehen des Frauennotrufes dieser Einrichtung treu sind. 

Emotional belastend 

Zwischen den Festreden gab es Auftritte vom Clown Rübe, der von Petra von Sigriz verkörpert wurde. Dieser stellte in verschiedenen Sketchen dar, wie belastend das Thema „sexueller Missbrauch“ für Betroffene aber auch die Menschen ist, die die Frauen und Kinder auf diesem schweren Weg begleiten. Des Weiteren stellte Ilona Braukmann ihren Therapiehund Chayenne vor. Dabei half ihr die kleine „Hundeflüsterin“ Sofia. Der Hund sei eine „große Hilfe, um zu den Betroffenen vorzudringen und mit Ihnen zu arbeiten“. Eröffnet und untermalt wurde die Veranstaltung von der Seniorenhausband, die mit beschwingten Klängen durch den Abend führte.

Romina Gütter

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