Mobilfunk-Belastung

Hans Ulrich-Raithel vom Umweltinstitut München hat am Donnerstag im Stadtrat die kürzlich erstellte Immissionskarte zu den bestehenden Mobilfunkanlagen vorgestellt. Das Umweltinstitut hat die Karte auf Grundlage der bei der Bundesnetzagentur vorliegenden Standortbescheinigungen und den entsprechenden Datenblättern zu den Mobilfunkanlagen und Messungen erstellt.

Die aktuell geplanten Anlagen am Klinikum und in Lenzfried sind auf Grund der bereits gefassten Standortbeschlüsse des Planungs- und Bauausschusses bereits berücksichtigt. Insgesamt sind auf der Karte 49 Standorte von Mobilfunkanlagen der Betreiber T-Mobile, O2, Vodafone und E-Plus eingezeichnet. Grundlage der Immissionskarte sind das Luftbild und die aktuelle Digitale Flurkarte mit Gebäuden und Grundstücksgrenzen, da dadurch die Orientierung im Stadtgebiet erleichtert wird. Die Messungen nahm das Institut vom 29. September bis 2. Oktober vor. Die von den Mobilfunkanlagen ausgehende Strahlung ist in einer Ebene von vier Meter über Grund dargestellt, was einem ersten Obergeschoss entspricht. Dort halten sich die Menschen in einem Haus größtenteils auf. Starke Unterschiede Ulrich-Raithel zog folgende Erkenntnisse aus der Karte: Hinweise auf Strahlenbelastung durch Mobilfunk, die die gesetzlichen Grenzwerte überschreiten, konnten nicht festgestellt werden. Des weiteren unterscheiden sich die Strahlenbelastungen im Umfeld der einzelnen Anlagen stark. Die differenzierten Informationen führen zu einer Versachlichung der Diskussion, eine wichtige Grundlage zu strategischem und lösungsorientiertem Handeln. Außerdem können Bereiche mit höherer Immission identifiziert werden, was unter Hinzuziehung technischer Beratung die Möglichkeit eröffne, im Dialog mit den Betreibern auf gleicher Augenhöhe über Verbesserungen zu verhandeln. OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) sagte, dass die Stadt künftig an die Mobilfunkbetreiber herantreten könne, um in Gesprächen Verbesserung erzielen zu können. Stadtrat Thomas Kiechle (CSU) meinte, dass Kempten mit der Immissionskarte auf dem richtigen Weg sei, da die Belastung der Mobilfunkanlagen minimierbar sei und daher ein vorbeugender Gesundheitsschutz ermöglicht werde. Die Immissionskarte ist ab sofort mit Erläuterung im Internet unter www.kempten.de abrufbar.

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