Die Mörder treiben es bunt

Die Fahrt mit einem Heißluftballon ist ein unvergessliches Erlebnis. Sanft schwebt man durch die Luft und der Blick über den Rand des Korbes zeigt eine Spielzeugwelt, aus der Menschen grüßend heraufwinken. Von Zeit zu Zeit zieht der Ballonführer an der Leine, dann brüllen die Gasbrenner mit infernalischem Getöse los, um die Luft in der Hülle aufzuheizen. Im neuen Krimi von Kurt Simmeth endet für fünf Menschen eine Ballonfahrt tragisch. „Der Tod trägt Regenbogenfarben“ lautet der Titel seines neuen Allgäuthrillers, den er am vergangenen Samstag in Lindenberg vorstellte.

Schon auf Seite 14 sterben die Ballonfahrer grauenvoll, als das Luftfahrzeug über der Argentobelbrücke bei Grünenbach Feuer fängt. Ein Heimenkircher Schrotthändler, ein Privatdetektiv aus Simmerberg, ein Grünenbacher Ehepaar, das im Edelmetallhandel tätig ist, und der Ballonführer finden den Tod. Das ist der spannungsgeladene Auftakt zum zweiten Kriminalromans des Heimenkircher Autors Kurt Simmeth. Obwohl die Reihen in der Lindenberger Volksbank bis auf den letzten Platz gefüllt waren, herrschte absolute Stille. Man konnte die sprichwörtliche Stecknadel fallen hören, als Simmeth kurz nach 20 Uhr mit seiner Lesung begann. Gebannt lauschten die Besucher den weiteren Auszügen. Jetzt wussten sie auch, was der Ballonkorb vor dem Eingang der Volksbank zu bedeuten hatte. Zunächst sieht für Hauptkommissar Martin Specht und seine Kollegin Anna Sonnleitner alles nach einem Unglück aus. Doch als man kurz darauf die Chefin des Ballonunternehmens tot in ihrem Fahrzeug auffindet, verdichten sich die Hinweise auf einen Anschlag. Karin Becker wurde erschossen. Im zweiten Allgäukrimi von Kurt Simmeth dreht sich alles um die menschliche Gier. Die Gier nach Geld, Macht und einem seltenen Metall, Iridium. Die Spannung steigt, als Simmeth weiterliest, seine Auszüge sind gut gewählt. Schon nach kurzer Zeit verweben sich die Handlungsstränge zu einem dichten, spannenden Geflecht. Der Chef eines Tiefbohrunternehmens ist vor acht Monaten verschwunden, ein Fall, den die Lindenberger Kripo immer noch nicht klären konnte. Seine Frau, eine Russin, stand in einer amourösen Beziehung zu einem der Balloninsassen. Noch am gleichen Abend wird Spechts Kollegin Anna Sonnleitner von einem dunklen Wagen verfolgt und kurze Zeit später vernichtet ein Brand ihre Wohnung. Im Haus des toten Edelmetallhändlers wird eingebrochen. Die Regenbogenpistole, eine äußerst wertvolle Waffe aus reinem Iridium, ist verschwunden. Die Täter hatten offensichtlich einen Schlüssel zu seinem Tresor. Spannende Reise Simmeth nimmt die Zuhörer an diesem Abend mit auf eine spannende Reise, sie dauert über eine Stunde. Als der Autor Punkt 21.45 Uhr mit den Worten „Danke, dass sie mir zugehört haben“ seine Lesung beendet, möchte man am liebsten das Buch gleich zur Hand nehmen und weiterlesen. Personen, Handlung und Örtlichkeiten sind so akribisch genau beschrieben, dass man sich schnell in den spannenden Fall eingelebt hat und am liebsten sofort wissen möchte, wie es weitergeht. Lange Signierstunde „Die Bändigung seines Gedankenflusses war unsere größte Aufgabe“, sagte Frank Edele vom Verlag Dannheimer mit einem lächelnden Seitenblick auf den Autor. Doch dieses Unterfangen scheint gelungen. Das zweite Buch sei für jeden Autor das Interessanteste, berichtete Edele aus seinem Erfahrungsschatz. Jeder Autor sei vor der Premiere des zweiten Buchs gespannt wie ein Bogen, ob es ihm wohl gelingen wird, die Erwartungen des Publikums auch mit diesem Werk zu erfüllen. „Sie, Herr Simmeth, haben sich mit ihrem zweiten Thriller noch übertroffen“, lobte der Verlagschef den Autor. Erika Bero, die Marketingleiterin der Volksbank, hatte auch gleich das passende Geschenk für Simmeth parat. Sie überreichte ihm ein Buch mit leeren, weißen Seiten. Dort könne Simmeth seinem Gedankenfluss freien Lauf lassen. Wer ihn kennt weiß, dass dieses Buch nicht lange leer bleiben wird. Doch am Samstagabend hatte er keine Zeit für neue Kriminalfälle. Noch lange war er damit beschäftigt, den aktuellen Thriller zu signieren.

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