"Müssen da noch drüber reden"

Der Eintritt in die Kemptener Museen soll zum Teil deutlich teurer werden. Foto: Archiv

Kultur- und Geschichtsinteressierte werden sich künftig wohl auf höhere Eintrittspreise für die Kemptener Museen einstellen müssen. Bereits in der Kulturausschusssitzung sollten die Stadträte über Anhebungen der Tarife um teilweise bis zu 50 Prozent entscheiden. Aus Zeitgründen, und da vor allem auf Seiten der CSU Diskussionsbedarf bestand, wurde das Thema aber zunächst verschoben. „Ich gehe davon aus, dass wir im Herbst geklärt haben werden, ob und in welcher Höhe wir die Eintrittspreise der Museen ändern müssen“, sagte OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) am Montag gegenüber dem KREISBOTEN.

Wer bisher das Allgäu-Museum und Marstall besuchte, musste 2,50 Euro bezahlen. Künftig werden es für Erwachsene aber wohl vier Euro sein, wie aus einer Tischvorlage des Kulturamts hervorgeht. Demzufolge werden auch Besucher des APC künftig vier statt drei Euro zahlen und Familien, die das Allgäu-Museum und den Marstall besuchen wollen, müssen für eine Familienkarte acht statt wie bislang fünf Euro berappen. Gleichzeitig sollen die Preise für den Museumspass für Erwachsene von fünf auf neun Euro, für Kinder von 2,50 auf 4,50 Euro und für Familien von zehn auf 18 Euro steigen. Ordentlich an der Preisschraube gedreht werden soll auch bei den Führungen: Normale Museumsführungen sollen künftig 50 statt 30 Euro kosten, Schulklassen müssten 25 statt 15 zahlen und für Führungen in einer anderen Sprache werden 60 statt 30 Euro fällig. Im Gegenzug sollen die Eintrittspreise für Kinder gesenkt werden. So sollen Kinder unter zehn Jahren in Marstall, Allgäu-Museum und APC künftig freien Eintritt haben, ältere Kinder und Jugendliche müssen dagegen nur noch einen Euro statt wie bisher 1,50 oder 1,25 Euro zahlen. Kulturamtsleiter Dr Gerhard Weber begründete die neuen Preisvorschläge gegenüber dem KREISBOTEN mit den günstigen Eintrittspreisen im Vergleich zu ähnlichen Städten. „Viele Gäste sind verwundert über die niedrigen Preise“, sagte er. Außerdem wolle man vermeiden, dass bei Besuchern der Eindruck entsteht: „Was nichts kostet, ist auch nichts wert“. „Die bestehende Museumslandschaft ist sehr sehenswert“, betonte der Amtsleiter. Darüber hinaus solle mit den günstigeren Tarifen vor allem Kindern und Jugendlichen der Besuch eines Museums schmackhaft gemacht werden. Zurückhaltender äußerte sich dagegen zunächst Hildegard Greiter (CSU), Kulturbeauftragte des Stadtrats, die sich in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses für eine Verschiebung des Themas ausgesprochen hatte. „Ich winke das nicht einfach durch“, begründete sie ihre Haltung auf Anfrage. „Wir müssen da noch drüber reden“, sagte sie. Auf den „erste Blick“ erscheinen ihr die vorgesehenen Tarifsteigerungen als „zu hoch“. „Und mir fehlen vor allem Informationen und Begründungen“, meinte sie. „Da hat mir die Diskussionsgrundlage gefehlt.“ Trotzdem zeigte sie sich zuversichtlich, dass man sich einigen werde. Darüber hinaus regte sie an, künftig regelmäßiger über Preisanpassungen nachzudenken. „Die letzte Erhöhung war vor neun oder zehn Jahren“, so Greiter. Lothar Köster, für die SPD im Kulturausschuss, gab sich ebenfalls optimistisch hinsichtlich einer Einigung. Zwar sei das Thema in seiner Fraktion noch nicht diskutiert worden, da Kempten im Vergleich aber „relativ günstig“ sei, „wird es wohl nicht sehr viel Widerstand geben“, erläuterte er. Diskutiert werden muss das Thema auch noch bei den Grünen, wie deren Ausschussmitglied Carolin Brög erklärte. Ihr sei vor allem wichtig, dass Kinder und Jugendliche nicht be-, sondern entlastet werden. Ähnlich äußerte sich FW-Stadtrat und Kulturausschuss-Mitglied Alexander Hold am Montag gegenüber dem KREISBOTEN: „Wichtig ist mir, dass das insbesondere für Einheimische und Familien perfekte Angebot des kostenlosen Eintritts an jedem ersten Sonntag im Monat unverändert erhalten bleibt“, betonte er. Ähnlich wie Amtsleiter Dr. Weber äußerte er die Befürchtung, dass günstige Preise potenzielle Besucher abschrecken könnten. „Die schließen nämlich aus dem Eintrittspreis auf Umfang und Güte des Angebots“, so Hold.

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