Musical-Koproduktion ab Juni 2017 auf der Freilichtbühne

Die "Drei Musketiere" kommen

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Einer für alle, alle für einen: Axel Goldbeck (musikalischer Leiter), Tobias Bieri (D´Artagnan), Judith Jakob (Milady de Winter) Regisseur Roland Hüve und Markus Müller (Intendant des Staatstheaters Mainz).

Altusried – „Einer für alle – alle für einen!“ – so heißt es ab dem 24. Juni 2017 auf der Freilichtbühne in Altusried. Gemeinsam mit dem Staatstheater Mainz bringen die Altusrieder eine Neuinszenierung von „Drei Musketiere – das Musical“ als professionelle Großproduktion auf die große Naturbühne. Gerade waren die Hauptverantwortlichen sowie zwei der Hauptdarsteller vor Ort, um die Bürgerinnen und Bürger auf das Event einzustimmen.

Eines ist schon jetzt klar: Die theaterliebenden Altusrieder stehen voll hinter der neuen Produktion. Der Intendant und Geschäftsführer des Staatstheaters Mainz, Markus Müller – übrigens ein gebürtiger Altusrieder –, hatte die Bürgerinnen und Bürger bei einer Informationsveranstaltung im Rössle-Saal über das Projekt informiert. Mit dabei waren der musikalische Leiter Axel Goldbeck, Regisseur Roland Hüve, sowie zwei der Hauptdarsteller: Judith Jakob, die die Milady de Winter geben wird, sowie Tobias Bieri, der die Rolle des D‘Artagnan übernimmt. Die beiden Künstler gaben einige beeindruckende gesangliche Kostproben aus dem Musical zum Besten. Ihre Begeisterung war greifbar – und höchst ansteckend. Das Dorf freut sich auf die drei Helden mit Mantel und Degen.

Müller, der selbst schon mehrmals als Komparse auf der Freilichtbühne stand, kündigte an, den „ganz besonderen Zauber von Altusried“ auch in den Jahren zwischen den großen Freilichtspielen entfachen zu wollen. Er hoffe, die Freilichtbühne weit über die Grenzen des Allgäus bekannt zu machen. „Wir wollen ein Wallfahrtsort in Sachen Kultur werden.“ Künftig solle es in jeder Spielzeit eine Produktion geben, an der Altusrieder beteiligt sind – „wenn auch nicht 3-400 von ihnen“.

„Drei Musketiere – Das Musical“ ist eine selten gespielte Eigenproduktion der internationalen Produktionsfirma Stage Entertainment, die zwischen 2005 und 2008 in Berlin und Stuttgart große Erfolge feierte. Die Story des Musicals hält sich eng an Alexandre Dumas’ berühmte Romanvorlage und erzählt sie mit den Mitteln eines zeitgenössischen Pop-Musicals (in deutscher Sprache) neu. Die Musikstücke stammen aus der Feder der beiden niederländischen Songwriter Rob und Ferdi Bolland. Inszeniert wird das Stück von einem namhaften Kreativteam, das zwölf professionelle Musicaldarstellerinnen und -darsteller aus ganz Deutschland gemeinsam mit einem achtköpfigen Ensemble sowie einer Vielzahl an Mitwirkenden aus dem Allgäu auf die Bühne bringen wird. Es spielt ein 22-köpfiges professionelles Projektorchester (mit professionellen Musikern aus der Region) unter der Leitung von Axel Goldbeck. Er versprach eine „opulente Inszenierung“, die begeistern werde. Von Altusrieder Seite werde der große Chor mitwirken. Regisseur Roland Hüve sagte, er freue sich sehr auf die Herausforderung, die sowohl das enorme Potenzial der riesig dimensionierten Naturbühne als auch das Zusammenwirken der professionellen Darsteller mit den „theaterverrückten Altusriedern“, wie er sie liebevoll nannte, mit sich brächte.

Eine gewisse Herausforderung ist auch der finanzielle Aspekt. Müller erklärte das Konstrukt: Altusried stemme die Kosten, die u.a. für die Bühne anfielen. Das Staatstheater Mainz werde die Kosten für die Darsteller und Musiker und das Regieteam schultern. Es werde aber nicht nur sein Team und Netzwerk in die Produktion einbringen, sondern auch seine Kostümwerkstatt, Maske, Produktionswerkstätten u.a. Deren Leistungen sollen jedoch nicht in die Kalkulation mit einfließen. Erst wenn der Breakeven – also der Ausgleich zwischen Ausgaben und Einnahmen – geschafft sei, werden die Überschüsse zu je 50 Prozent nach Altusried und Mainz fließen, um die Leistungen, die nicht in die Kalkulation eingeflossen seien, zu begleichen. Er sei sehr optimistisch, denn er „glaube zutiefst an das Projekt. Zudem habe ich in den letzten 25 Jahren noch nie einen Etat überschritten“, so Müller. Für den Fall der Fälle gibt es bereits ein tragfähiges Sicherheitsnetz: „Drei große Unternehmer, die nicht namentlich nicht genannt werden wollen, stehen als Mäzene bereit. Sie würden zur Finanzierung der Betriebsmittel einspringen, falls wir wider Erwarten, beispielsweise aufgrund schlechten Wetters, ein Defizit erwirtschaften sollten.“

Ab Mitte Mai beginnen die Proben auf der Freilichtbühne. Die Profidarsteller werden dann dauerhaft vor Ort sein, um täglich acht Stunden an dem Stück zu arbeiten. Premiere ist am 24. Juni. Bislang sind 13 Vorstellungen im Vorverkauf. Von Preisen wie in Altusried könne man in Berlin nur träumen, betont Müller. Spielzeiten: 24./25./30. Juni 2017 und 1./7./8./9./13./14./15./21./22./23. Juli 2017 jeweils um 20 Uhr.

Sabine Stodal

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