Musikalischer Spaß für Jung und Alt

Mit Präzision und Spielwitz begeisterten Andreas Moser (links) und Jörg Hannabach vom Münchner Schlagzeug-Duo MuniCussion zusammen mit dem Münchner Rundfunkorchester unter ihrem Dirigenten Christian von Gehren beim ersten Kinderkonzert im TIK. Foto: Tröger

Das war vielleicht ein Spaß – für die jungen Zuhörer mit ihren Eltern ebenso wie für die Musiker des Münchner Rundfunkorchesters. Nicht zu vergessen das Theater in Kempten (TIK). Dem bescherte das Kinderkonzert „Don Quichotte de la Mancha“ nach dem Roman von Miguel de Cervantes in einer spannenden Vertonung voller Überraschungen von Franz Kanefsky zwei ausverkaufte Vorstellungen mit insgesamt über 1000 Hörbegeisterten.

Die Betonung soll neben dem Hören nicht zu knapp auf „begeistert“ liegen. Denn die Grundschüler waren mit Leib und Seele, mit Stimmgewalt und donnerndem Schlussapplaus durchgehend bei der Sache. Und das, obwohl die musikpädagogische Konzert- Peformance-Lesung einiges an Wissen vermittelte. Am meisten Training erfuhr der kleine – für das in Spanien spielende Stück natürlich zwingend erforderliche – Spanischkurs zu Beginn: „Olé“ erschallte es auf das entsprechende Signal des multifunktionalen Percussionisten Andreas Moser regelmäßig aus vollen Kehlen. Als Münchner Schlagzeug-Duo „MiniCussion“ gestaltete Moser zusammen mit Jörg Hannabach den Perussions-Solo-Part. Das war astreine Spielkunst bei großer Vielfalt des Schlagwerk-Instrumentariums, gepaart mit Spielwitz und stilvoll begleitet vom Münchner Rundfunkorchester unter Leitung von Christian von Gehren. Feuriger schwarzer Hengst Sie gaben Szenen und Figuren der Geschichte ein musikalisches Gesicht und machten dabei die Klangcharakter der einzelnen Instrumente erfahrbar: „Zwei Tom-Toms für ein Pferd“ fand Moser ja ganz in Ordnung. Aber „es klingt eher nach einem feurigen schwarzen Hengst“ und Don Quichottes Pferd Rosinante sei schließlich „ein alter, klappriger Gaul“ gewesen, forderte er eine Klangalternative von Hannabach ein. Zufrieden war er dagegen mit der Wahl seines Percussions-Kollegen für die tonale Darstellung der von Don Quichotte zur Prinzessin erhobenen Dulcinea, zu der „der schwebende Klang eines Vibraphons am besten passt“. Bewährtes Modell Eingebettet waren die beiden Kinderkonzerte in das bewährte Drei-Säulenmodell des Münchner Rundfunkorchesters: Lehrerfortbildung, Workshops in den Schulklassen und am Ende der Konzertbesuch für Kinder und ihre Eltern. Ermöglicht hat das „einzige Gastspiel außerhalb Münchens“, wie TIK-Chefin Nikola Stadelmann anmerkte, die Vorsitzende des Verbandes Allgäuer Tonkünstler, Gisela Helm. Ihren Kontakten zum Orchester war es zu verdanken, dass die Kooperation aus dem Verband Allgäuer Tonkünstler, dem Netzwerk des Bayerischen Musikrates und dem TIK zustande kommen konnte. Ein Gewinn in Kemptens kultureller Landschaft, nicht nur für die Kinder.

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