Nach 109 Jahren ist Schluss

Benjamin Müller. Foto: privat

Die Schützengesellschaft Wies hat jetzt zum letzten Mal ihren Schützenkönige ermittelt: Vor allem Mitgliederschwund und fehlender Nachwuchs waren der Grund, die traditionsreiche Gesellschaft jetzt zum 1. Juli aufzulösen. Das teilte der Verein vergangene Woche mit. Letzter Schützenkönig der Wiesschützen ist Benjamin Müller.

Zum letzten Mal trafen sich die Wiesschützen jetzt im „Waldhorn“, um über die Auflösung des Vereins und die Übergabe des Inventars abzustimmen. Zweiter Schützenmeister Klaus Wacker hatte in Absprache mit der Stadt Kempten die Übergabe geregelt. Die  Vereinschronik geht an das Archiv der Stadt. Schützenkette, Standarte und eine Jubiläumstafel von 1922 erhält das Schützenmuseum in Illerbeueren. Klaus Wacker dankte Schützenmeister Hans Rigal nochmal im Namen aller Schützinnen und Schützen für seine jahrzehntelange vorbildliche Arbeit in der Vereinsführung. Hans Rigal nahm anschließend die Preisverteilung und Proklamation der Könige vor: Vereinsmeister wurde Hans Rigal mit 1334 Ringen, Zweiter Helmut Spateneder, 1323 Ringe, Dritter Heidi Lück, 1256 Ringe, Vierter Siegfried Böck, 1219 Ringe. Müller ist Schützenkönig Die von Petra Müller und Siegfried Böck gestifteten Preise  der Sonderscheiben gewannen Alfred Kurth, Helmut Spateneder, Hans Rigal, Claudia Fleischer und Klaus Wacker. Letzter Schützenkönig der 109-jährigen Vereinsgeschichte wurde der Jüngste der Wiesschützen, Benjamin Müller, der am letzten Schießabend noch einen 15,31-Teiler erzielte. Ihm folgten Alfred Kurth als Wurstkönig mit einem 19,39 und Hans Rigal mit einem  22,68-Teiler als Brezenkönig. Ein Blick in die ausgelegte Vereinschronik und die damit verbundenen Erinnerungen ließen bei den meisten Schützen Wehmut aufkommen, als man auseinander ging. Dabei war das aus für den Verein fast schon absehbar. Schwierige Zeiten Die am 29. November 1902 gegründete Schützengesellschaft hatte ihr Domizil zunächst in der Gaststätte Wies in der Wiesstraße. 1957 wurde noch die Einweihung der neuen Schießanlage gefeiert. Nach Umbau und Renovierung wurde die Gaststätte Wies in den 80er Jahren in „Korbinian“ umbenannt und die moderne Gastwirtschaft hatte keinen Platz mehr für die Schützen. Mit dem Patenverein Eisenbahnbrücke und den Burgschützen fand die Gesellschaft 1980 in der mit viel Eigenleistung und großer Unterstützung des Allgäuer Brauhaus gebaute Schießanlage und Schützenheim im Rückgebäude des Gasthof Weizenpeter in der Bodmanstraße eine neue Bleibe. Der Verkauf dieser Immobilie, die Kündigung des Pachtvertrages zum 30. Juni und die damit verbundenen Änderungen waren ein Grund mehr, den Fortbestand des Vereins infrage zu stellen.

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