"Nach Kräften unterstützen"

Angeregte Debatte: Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle (rechts) mit OB Dr. Ulrich Netzer (links). Minister Thomas Kreuzer dürfte es freuen. Foto: Matz

Wer sich vor dem offiziellen Teil des CSU-Neujahrsempfangs am vorvergangenen Mittwochabend in Richtung Rednerpult bewegte, konnte einen Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle heftig gestikulierend auf OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) einreden sehen. Später in seiner Rede lobte der Minister Netzer und die Kemptener Schullandschaft besonders. Grund für den KREISBOTEN, bei Netzer nachzuhaken.

Herr Netzer, Sie haben sich auf dem Neujahrsempfang der CSU sehr angeregt mit Minister Spaenle unterhalten. Worüber haben sie gesprochen? Netzer: „Über sein Vorhaben, Bildungsregionen flächenweit in ganz Bayern anzuregen. Das heißt, alle, die das Kind vom Kindergarten bis zur beruflichen Ausbildung begleiten, an einem Tisch zu vernetzen, um mit gezielten Projekten die Schwächeren aufzufangen und zu stützen. Wir in Kempten praktizieren dies mit unserem Modell ‘Zukunft bringt’s’ seit Jahren und konnten viel Erfahrung damit sammeln.” Der Minister sagte in seiner Ansprache, dass Kempten vorbildhaft und Modellregion sei. Nun will er das Modell landesweit einführen – wie beurteilen Sie die Chancen? Netzer: „Entscheidend wird sein, ob sich alle Beteiligten wirklich einbringen oder halbherzig mitmachen. So dürfen die Kommunen sich nicht allein auf ihre Rolle als Sachaufwandsträger, als ‘Ausstatter’ der Schulen begreifen, sondern müssen aktiv – auch finanziell – Bildungsarbeit gestalten. In Kempten stellen wir jährlich mehrere Hunderttausend Euro für ‘Zukunft bringt’s’ zur Verfügung. Ebenso muss der Freistaat die einzelnen Projekte finanziell und personell unterstützen.” Spaenle hat Sie gebeten, ihn dabei zu unterstützen. Nehmen Sie das Angebot an? Netzer: „Ja, unsere Erfahrungen aus unserem erfolgreichen Modell ‘Zukunft bringt’s’ geben wir gerne weiter.” Was würden Sie dem Minister empfehlen? Netzer: „Die Beteiligten vor Ort dezentral ihre auf die örtliche Situation angepassten Projekte entwickeln zu lassen und sie dabei nach Kräften zu unterstützen.”

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